Die ehemalige Seilbahntrasse in Brambauer müsste für den Ost-West-Radweg auf vier Meter verbreitert werden. © Textoris
Stadtplanung

Neue Ost-West-Trasse soll Radfahrer schneller nach Brambauer bringen

Radfahrer sollen künftig schneller und bequemer von Lünen nach Brambauer gelangen. Die Verwaltung hatte dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Nun liegt das Ergebnis vor.

Drei mögliche Routen hatte das Büro Planersocietät aus Dortmund für einen Radweg von und nach Brambauer untersucht. Die sogenannte Ost-West-Trasse soll den bereits beantragten Radweg von Lünen nach Bergkamen sowie den Leezenpatt ergänzen. „Die Entfernung zwischen der Innenstadt in Lünen und Brambauer beträgt gut sechs Kilometer – eine Entfernung, die bei einer guten Infrastruktur von den allermeisten Radfahrenden bequem zurückgelegt werden kann“, begründet die Verwaltung ihren Vorstoß, der sich in die bisherige Strategie, den Radverkehr in der Stadt auszubauen, nahtlos einfügt.

Zu berücksichtigen sei auch der erwartete starke Zuwachs der Arbeitsplätze am Standort Lippholthausen, für die eine gute Radverbindung nach Brambauer und in die Lüner Innenstadt/zum Bahnhof erforderlich würden: „Damit kann das zu erwartende Wachstum des Pkw-Verkehrs reduziert und möglichen Verkehrsproblemen vorgebeugt werden.“

Wunsch und Realität liegen noch auseinander

Am Mittwochabend stellte Johannes Pickert den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Klima und Mobilität (UKM) das Ergebnis der Machbarkeitsstudie vor, mit der die Stadt das Büro Planersocietät beauftragt hatte. Das Gremium selbst traf sich bei seiner Premiere nicht zu einer offiziellen Sitzung, sondern schaltete sich online zu einer Erörterungsrunde zusammen.

Zunächst erläuterte Pickert, was sich die Lünerinnen und Lüner unter dem Radweg-Projekt vorstellen dürfen: Die Spuren sollen innerorts zwei, außerorts drei Meter breit sein, an Kreuzungen sollen Radfahrer bei Nebenstraßen Vorrang haben, bei Ampeln zum Beispiel durch Detektion schneller vorankommen. Im Idealfall treffen sich Auto- und Radverkehr überhaupt nicht, und natürlich ist der Radweg durchgängig beleuchtet.

Soviel zur Wunschvorstellung. Die Realität in Lünen kann dem zwar nahekommen – aber vor allem in einem Bereich wird es wortwörtlich eng, wie Johannes Pickert erklärte: „Die von uns favorisierte Route führt von der Dortmunder Straße über die Moltkestraße, die Brunnenstraße, Frydagstraße und schließlich die Seilbahntrasse zur Waltroper Straße.“

Vorteile dieser Route seien die direkte Anbindung an Lippholthausen, bei dessen anstehender Erschließung man Synergien für den Bau nutzen könnte, die gute soziale Kontrolle – man muss beispielsweise nicht durch dunkle Waldpassagen fahren, was erfahrungsgemäß manchen Radfahrer davon abhält und ihn lieber aufs Auto umsteigen lässt – sowie die Tatsache, dass es sich um den direkten Weg nach Brambauer handelt.

Förderung frühestens 2028 möglich

Allerdings stelle vor allem die Moltkestraße im Zentrum Lünens ein Problem dar, da hier die eigentlich angestrebte Breite der Radwege nicht umgesetzt werden kann, so Pickert. „Außerdem führt die Route natürlich an einer Hauptverkehrsstraße entlang.“ Dennoch würden die positiven Erkenntnisse hier überwiegen, weshalb am Ende diese Trasse gegenüber den Alternativen, die entweder über die Friedrichstraße oder entlang des Kanals geführt hätten, den Vorzug erhalten hatte.

Notwendige Maßnahmen für die Ost-West-Trasse wären unter anderem der Ausbau der Seilbahntrasse auf eine Breite von vier Metern, eine Deckensanierung auf der Frydagstraße sowie Neu- und Ausbauten der Radwege an der Moltkestraße. Umsonst gibt es den Radweg natürlich auch nicht. Grobe Kostenschätzungen belaufen sich laut Johannes Pickert auf rund 4,6 Millionen Euro, wobei ein Teil des Geldes durch Förderungen aufgebracht werden könnte. Allerdings hat die Sache einen Haken: Der für die Förderung in Frage kommende Abschnitt an der Moltkestraße im Zentrum könnte aufgrund der entsprechenden Förderbestimmungen erst 2028 in Angriff genommen werden.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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