Ein Teil der Fläche zwischen Münster- und Dorfstraße gehört der WBG bereits doch die weitere Planung des Baugebietes stockt derzeit aufgrund der weiteren Verhandlungen mit dem Eigentümer der übrigen Flächen. © Goldstein
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Noch offene Fragen: Pläne für Baugebiet Wethmar-Ost stocken weiter

Es geht nicht so recht voran beim Baugebiet Wethmar-Ost: Noch immer ist unklar, ob auf der Fläche an der Münsterstraße überhaupt gebaut werden kann. Es hängt vor allem an einer Frage.

Schon im März 2019 zeichnete sich ab, dass die Pläne für ein Wohngebiet zwischen Münster- und Dorfstraße nicht so einfach umzusetzen sein würden. Vor allem bestand Uneinigkeit darüber, wie hoch die Kosten für die Erschließung zu kalkulieren seien. Die Verwaltung kalkulierte damals mit 200 Euro pro Quadratmeter – was unterm Strich bei der Vermarktung dann einen Kaufpreis von „deutlich mehr als 300 Euro pro Quadratmeter“ bedeutet hätte.

Damals waren Politik und Verwaltung so verblieben, dass die Erschließungspreise für das Gebiet noch einmal überprüft werden sollten. Das ist aber bisher nicht passiert, wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Nachfrage erklärt: „Die Frage des Erschließungsaufwandes ist abhängig von mehreren Parametern.“ Entscheidend sei in diesem Fall unter anderem, welche Lösung für die Oberflächenentwässerung gefunden werden kann. „Bevor jedoch nicht die grundsätzliche Frage der Flächenverfügbarkeit geklärt ist, kann es hierzu keine weiteren Untersuchungen geben.“

WBG und Grundstückbesitzer verhandeln weiter

Womit Spangardt zum eigentlichen Knackpunkt kommt: Ein Großteil der Fläche befindet sich noch immer in Privatbesitz. Bekanntlich möchte die Wohnungsbaugenossenschaft Lünen (WBG) das Gelände entwickeln. Doch offenbar ist man sich mit dem Eigentümer immer noch nicht einig. Von der WBG heißt es dazu lediglich, dass es nichts Neues gebe: „Wir hoffen, dass die weitere Entwicklung der Fläche im Jahr 2021 voranschreiten wird. Wir stehen im engen Kontakt mit allen Beteiligten.“

Das war schon 2019 der Fall. Damals hatte die Verwaltung erklärt, dass der spätere hohe Kaufpreis auch eine Folge der Preisvorstellungen des Grundstückseigentümers sei. Herbert Vogel, dem ein Teil der Fläche gehört, wies die Kritik zurück und erwiderte, dass die Erschließungskosten viel zu hoch kalkuliert seien.

Die Verhandlungen stocken also – und die Verwaltung kann erst einmal nur zuschauen, denn direkt beteiligt ist die Stadt laut Spangardt nicht. Und solange es keine Einigung gibt, ruht das Bebauungsplanverfahren für Wethmar-Ost.

Fest steht indes, dass es in dem neuen Wohngebiet – sollte es denn mal kommen – keinen Nahversorger geben wird. Zwar stelle der Masterplan Einzelhandel ein Nahversorgungs-Defizit im Bereich Wethmar-Ost fest, so Spangardt. „Zum anderen befindet sich in räumlicher Nähe das Nahversorgungszentrum Münsterstraße, das im Sinne städtebaulicher Zielvorstellungen gesichert und gestärkt werden soll.“

Eine Neuansiedlung eines Lebensmittelmarktes in Wethmar müsste darauf Rücksicht nehmen. „Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sich bislang die Suche nach einem städtebaulich sinnvollen Standort als schwierig erwiesen hat.“

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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