31. Kinofest Lünen: Neuer Termin und schuld ist James Bond

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Mitte bis Ende November ist das Lüner Kinofest - darauf konnten sich Besucher und Gäste seit 30 Jahren verlassen. Doch beim 31. Kinofest ist alles anders. Und schuld daran ist Agent 007.

Lünen

, 07.04.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kinofestleiter Mike Wiedemann sollte in diesen Tagen eigentlich nach Südtirol reisen. Dort finden jeden April die Bozner Filmtage statt, das langjährige Partnerfestival des Lüner Kinofestes. Doch wegen des Coronavirus, das vor allem den Norden Italiens und auch Südtirol seit Wochen fest im Griff hat, mussten die Organisatoren in Bozen das Festival verschieben. „Es soll jetzt im Juni stattfinden“, so Mike Wiedemann. Die Kollegen dort seien mit den Vorbereitungen beschäftigt und hoffen, dass sie im Juni tatsächlich in Bozen Filme zeigen können.

Auch das Münchner Filmfest leidet unter der Corona-Krise. „Das Filmfest wurde komplett abgesagt.“

Neue Termine für Lünen und Bozen

So wie Bozen das erste Mal seit über 30 Jahren den gewohnten Termin verschieben muss, müssen auch Wiedemann, sein Stellvertreter Sven Ilgner und das Team des Veranstalters Pro Lünen in diesem Jahr einen neuen Termin ansetzen.

Auch die Juroren - hier (v.l.) die Schauspieler Waldemar Kobus, Anke Sevenich und Dietrich Holinderbäumer- werden diesmal schon Ende Oktober aktiv werden.

Auch die Juroren - hier (v.l.) die Schauspieler Waldemar Kobus, Anke Sevenich und Dietrich Holinderbäumer- werden diesmal schon Ende Oktober aktiv werden. © Günter Blaszczyk

Schuld ist sozusagen James Bond. Denn das neue Film-Abenteuer des Superagenten 007 sollte ursprünglich im Frühjahr in die Kinos kommen. Doch wegen der Corona-Krise sind rund um den Globus die Kinos geschlossen. Schon bevor auch in Deutschland die Kinos geschlossen wurden, hatte der Filmverleiher verkündet, dass das letzte 007-Abenteuer mit Daniel Craig in der Hauptrolle erst Mitte November anläuft.

Genau zu dem Termin, an dem eigentlich das 31. Lüner Kinofest in der Cineworld sattfinden sollte. Deshalb haben sich die Veranstalter zusammen mit den Verantwortlichen der Cineworld entschlossen, das Festival des deutschsprachigen Films vorzuziehen. Es findet nun vom 28. Oktober bis 1. November statt. So früh wie noch nie in 30 Jahren.

Film-Auswahl ist vorhanden

Das heißt, Wiedemann und Ilgner werden bereits ab Mitte August ihr Büro in Lünen beziehen. Auch wenn derzeit keine Filme gedreht werden können, weil die Kontaktsperre das nicht zulässt, ist Wiedemann zuversichtlich, dass er und Ilgner ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen können.

„Die anderen Festivals wie München oder Bozen hätten ja auch Filme gezeigt. Es ist schon was da“, so Wiedemann.

Hatten beim 30. Kinofest Spaß an ihrem Film „Sommer nach dem Abitur“: Bastian Pastewka und Fabian Busch

Hatten beim 30. Kinofest Spaß an ihrem Film „Sommer nach dem Abitur“: Bastian Pastewka und Fabian Busch © Günter Blaszczyk

Die Hoffnung haben die beiden Kinofestleiter nicht aufgegeben, auch wenn nun wochenlang keine Filme eingereicht werden. Mit Ilgner ist Wiedemann über Telefon in ständigem Kontakt.

Waren beim 30. Kinofest zu Gast: Sängerin Vanessa Mai und Schauspieler Axel Prahl.

Waren beim 30. Kinofest zu Gast: Sängerin Vanessa Mai und Schauspieler Axel Prahl. © Günter Blaszczyk

Immerhin - in Saarbrücken im Januar, bei der Berlinale im Februar und Anfang März beim Partnerfestival im litauischen Panevezys konnten Ilgner und Wiedemann schon Filme für Lünen sichten. „Panevezys hat gerade noch geklappt, bevor Corona ausbrach“, so Wiedemann. Er hatte zwei Filme des Lüner Kinofestes mit im Gepäck für Panevezys. Darunter auch den Lüdia-Gewinner „Der letzte Mieter“.

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