35-Jähriger aus Lünen ritzt Herzchen in die Wohnungstür seiner Ex-Freundin

hzPrügelei mit Baseballschläger

Auf die Trennung von seiner Freundin reagierte ein Lüner (35) zunächst mit in die Tür geritzten Herzen, dann mit Beleidigungen und letztlich mit Gewalt, die ein Nachbar zu spüren bekam.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 13.01.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie lebten in einem Haus, quasi Tür an Tür. Doch was zunächst für die Beziehung der beiden sehr praktisch war, entwickelte sich nach der Trennung für eine 35-jährige Lünerin zu einer echten Herausforderung.

Denn nachdem sie die Beziehung beendet hatte, gab er nicht auf. Mitte Juni vergangenen Jahres ritzte er Herzchen in ihre Wohnungstür. Am nächsten Tag fügte er dann allerdings, ebenfalls ins Holz geritzt, die Bemerkung hinzu, dass die Ex ein „Arschloch“ sei. Auch legte er bei der Gelegenheit eine Bibel, eine Marienstatue und ein altes Flugblatt mit rechtem Gedankengut dort ab.

Beleidigungen vor dem Haus

Einen Tag später eskalierte die Situation. Ein Nachbar (61), der um das Wohl der Frau besorgt war, geriet mit dem Mann vor dem Mehrfamilienhaus aneinander – wechselseitige Beleidigungen inklusive.

Der 61-Jährige bewaffnete sich mit einem Baseballschläger und es kam tatsächlich zu einer Prügelei, die jedoch schnell beendet war. Der 61-Jährige legte den Schläger auf einem Briefkasten ab. Der 35-jährige Kontrahent griff zu und drosch damit auf den Älteren ein.

Rechtes Flugblatt „ein Versehen“

Das Einritzen der Herzchen räumte der 35-Jährige nun im Prozess vor dem Amtsgericht unumwunden und mit einem fast schon stolzen Lächeln ein. Auch die Beleidigungen könnten von ihm stammen. Aber: „Ich erinnere mich nicht genau.“

Mit der Bibel und der Statue habe er den Lebenswandel seiner Ex kommentieren wollen. Das rechte Flugblatt, das er „vermutlich beim Entrümpeln der Wohnung eines alten Herrn unbewusst eingesteckt“ habe, sei dann versehentlich dort reingerutscht.

Und was die Auseinandersetzung betraf, sah er sich als Opfer. Der 61-Jährige habe schließlich zuerst den Schläger eingesetzt und er habe sich später nur revanchiert. Und das sei sein gutes Recht gewesen. „Ich habe korrekt gehandelt“, versicherte der 35-Jährige im Brustton der Überzeugung.

Angeklagter beantragt Straffreiheit

Zumal der Gegner mit 61 Jahren sein Leben ja schon hinter sich habe, er hingegen habe noch alles vor sich. „Ich beantrage Straffreiheit“ kommentierte er schließlich. Und darüber hinaus betonte er, das Interesse an der Frau verloren zu haben. Im gleichen Atemzug nutzte er die Chance, noch einmal „Dreck“ über sie zu schütten und kommentierte ihr derzeitiges Liebesleben.

Weder die Taten noch seine Worte vor Gericht sah Strafrichter Ulrich Oehrle in irgendeiner Form als gerechtfertigt an. Und das hatte Folgen für den Lüner, der zuvor noch nicht in Erscheinung getreten war. Er wurde wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung zu neun Monaten Haft auf Bewährung und 60 Sozialstunden verurteilt.

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