70 Kinder erleben Erstkommunion im Pastoralen Raum Lünen auf neue Art

hzNeues Konzept

Das neue Erstkommunion-Konzept im Pastoralen Raum gefiel nicht allen Eltern. Die meisten werden es trotzdem ausprobieren. Bald finden die ersten Feiern der Tauferinnerung statt.

Lünen

, 14.04.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im vergangenen Jahr gab es Diskussionen und auch Unmut bei Eltern von künftigen Kommunionkindern im Pastoralen Raum. Denn Seelsorger und Gemeindereferenten hatten sich auf ein neues Konzept für die Feier der Erstkommunion geeinigt. Um den eigentlichen Sinn der Feier für die Kinder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Das gefiel nicht allen Eltern. Bei Informationsveranstaltungen gab es viele Diskussionen. Nun stehen die ersten Feiern zur Tauferinnerung bevor. Zum Konzept und zu den Reaktionen sprachen wir mit Gemeindereferentin Rita Siwek.

Was ist das Neue an der Erstkommunion im Pastoralen Raum, den Gemeinden südlich der Lippe?

Wir fangen nach Ostern mit dem Fest der Tauferinnerung an, das am 28. April in St. Barbara Brambauer, am 4. Mai in Herz Jesu Lünen und am 5. Mai in Herz Mariä Horstmar gefeiert wird. Jeweils um 14 Uhr. Es ist ein Gottesdienst für die Familien der Kommunionkinder, die auch in ihrer Festkleidung kommen sollen. Wir treffen uns jeweils zehn Minuten vor Beginn und dann ziehen die Kinder mit ihrer Kerze, den Messdienern und dem Pfarrer in die Kirche ein. In Brambauer und Lünen-Mitte wird der Chor „Cantate Domino“ den Gottesdienst gestalten, in Horstmar gibt es Keyboard und Gitarre und wir haben auch den Chor angefragt. Pfarrer Dr. Thomas Roddey wird alle drei Gottesdienste leiten.

Und wann findet dann die eigentliche Erstkommunion statt?

Die Kinder empfangen in kleineren Gruppen mit zwischen fünf und 20 Kindern in Sonntagsgottesdiensten zum ersten Mal die Kommunion. Sie werden zu Beginn des Gottesdienstes namentlich begrüßt und gehen dann mit ihren Eltern oder Großeltern zur Kommunion nach vorn an den Altar.

Dann können die Kommunionkinder ihre festliche Kleidung also zwei Mal anziehen?

Sogar drei Mal. Zum Fest der Tauferneuerung, zum Empfang der ersten Kommunion und an Fronleichnam, wenn in Brambauer und Lünen-Mitte die Prozessionen sind.

Im vergangenen Jahr gab es viele Diskussionen über das neue Konzept. Einige Eltern wollten ihr Kind in anderen Gemeinden anmelden. Ist das geschehen?

Ich weiß aus St. Marien, dass dort einige Elterrn aus dem Pastoralen Raum ihr Kind zur Erstkommunion angemeldet haben. Mit Gemeinden aus Nachbarstädten haben wir keinen Kontakt, ich weiß also nicht, ob auch dort Kinder aus dem Pastoralen Raum angemeldet wurden. Ich kenne auch Familien, die zunächst verunsichert waren, ihr Kind aber trotzdem bei uns angemeldet haben.

Wie viele Kinder gehen denn im Pastoralen Raum zur Erstkommunion?

Wir haben insgesamt 70 Kommunionkinder bei den drei Tauferneuerungs-Gottesdiensten. Wir hatten etwa 100 angeschrieben, von denen einige aber auch weggezogen sind oder aus anderen Gründen nicht zur Erstkommunion gehen wollten.

Was war Ihrer Meinung nach das größte Problem bei der Neuerung?

Ich bin seit zehn Jahren in der Erstkommunions-Vorbereitung und es gab eigentlich immer wieder Veränderungen, vor allem, um es familiengerechter zu machen. Im vergangenen Jahr bin ich vor allem auf die Teilung der Termine angesprochen worden.

Gemeindereferentin Rita Siwek hat die meisten Familien im Pastoralen Raum bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion begleitet.

Gemeindereferentin Rita Siwek hat die meisten Familien im Pastoralen Raum bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion begleitet. © Beate Rottgardt

Gab es schon Erfahrungen mit solchen Konzepten?

Im vergangenen Jahr hatten wir in St. Joseph angeboten, dass Kinder auf Wunsch in einer normalen Messe zur Erstkommunion gehen statt beim großen Termin in Herz Jesu. Einige Familien haben sich dafür entschieden und fanden es gut, weil es nicht so rummelig war.

Sie hatten drei Wege zur Vorbereitung angeboten. Wie wurden die angenommen?

18 Familien haben sich für den Kinderweg entschieden, bei dem ich mich drei Mal mit den Kindern getroffen haben. Die meisten, 51 Familien, haben den Familienweg gewählt, bei dem die Kinder mit einem erwachsenen Angehörigen in der Kirche Schritt für Schritt gelernt haben, was sich hinter Begriffen wie Taufe oder Eucharistie verbirgt. Ich bin davon begeistert, weil man so auch die Hemmschwelle nimmt und die Kinder merken, dass sie nicht alleine auf ihrem Weg sind. Nur eine Familie hat den Sonntagsweg gewählt, bei dem sie selbst ihr Kind auf die Kommunion vorbereitet.

Wird nach den Terminen nach neuem Konzept Bilanz gezogen?

Wir werden uns im Mai mit dem zuständigen Dekanatsreferent treffen und das Ganze reflektieren, natürlich auch überlegen, ob wir etwas verändern sollten. Eine Mutter, deren Tochter 2020 Kommunionkind ist, hat schon in Horstmar bei den Familienweg-Terminen mitgewirkt und will noch mehr Mütter dafür gewinnen. Ich finde es toll, dass Ehrenamtliche auf mich zukommen. Wir wollen aber die Reflektion abwarten, um zu sehen, wie man sie einbeziehen kann.

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