Abzocke mit Fußballtickets auf Ebay bringt Lüner erneut ins Gefängnis

hzAmtsgericht

Zwei Jahre Knast für Betrug erwarten einen 43-Jährigen aus Lünen. Er hatte unter anderem Fußballtickets verkauft, die es gar nicht gab. Auch seine Freundin saß auf der Anklagebank.

von Sylvia Mönnig

Brambauer

, 03.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Abzocke von Ebay-Kunden wollte ein Lüner seine Kasse füllen, um gut vor seiner neuen Liebe dazustehen. Sein Plan floppte: Die Taten kamen ans Licht und brachten die Angebetete gleich mit in Verdacht. Vor Gericht nahm er die Schuld nun auf sich.

Seit 2007 beschäftigt der Lüner die Justiz regelmäßig – unter anderem mit Betrug. Laufende Bewährungen und auch Hafterfahrung konnten ihn nicht beirren. Dann der Lichtblick in Form seiner neuen Freundin. Für sie wollte der 43-Jährige sesshaft werden.

Seine stete Geldnot und die kriminelle Vergangenheit wollte er aber nicht gleich offenbaren. Zu groß die Angst, sie könnte sich von ihm abwenden. Also verfiel er in alte Muster.

Betrug mit Fußballtickets

Im Mai 2018 bot er einem Käufer bei Ebay Dauerkarten für den FC Schalke 04 zum Preis von 820 Euro an. Der Geschädigte zahlte den Betrag in drei Teilen, wurde mehrfach vertröstet und musste letztlich einsehen, einem Betrug zum Opfer gefallen zu sein.

Nicht anders erging es einem weiteren Ebay-Kunden im März 2019. Er zahlte insgesamt 575 Euro für ein Top-Spiel zwischen dem BVB und dem FC Bayern. Auch er blickte in die Röhre.

Auch Freundin angeklagt

Hinzu kamen zwei weitere Anklagepunkte, die sich allerdings gegen seine Verlobte richteten. Ebenfalls im März 2019 sollte sie ein Konsolenspiel veräußert, 35 Euro kassiert und nichts geliefert haben.

Auch wurde der 39-Jährigen zur Last gelegt, im September zwei Eintrittskarten für eine Veranstaltung des Comedian Markus Krebs für 69 Euro verkauft und nicht verschickt zu haben.

In beiden Fällen geriet sie in den Fokus der Ermittlungen, weil die Betroffenen das Geld auf ihr Konto überwiesen und Kontakte über ihr Handy liefen. Auch übergab das Opfer im Zusammenhang mit den Schalke-Dauerkarten einen Teilbetrag an sie.

Vertrauen und Ahnungslosigkeit

Nun befasste sich das Amtsgericht mit den Vorwürfen gegen das Paar und auf der Anklagebank herrschte Einigkeit. Der Lüner versicherte gleich zu Beginn: „Sie wusste gar nicht, worum es ging.“ Und: „Wenn ich sage, meine Frau hat damit nichts zu tun, dann hat sie damit nichts zu tun.“ Der Betrug rund um das Konsolenspiel ginge auch auf sein Konto.

Aber die Markus-Krebs-Karten hätten sie tatsächlich verschickt. Sie bestätigte seine Einlassung, sprach von Ahnungslosigkeit und Vertrauen. Er selbst habe kein Handy und kein Konto gehabt. Also habe sie ihm beides zur Verfügung gestellt. „Da war jetzt nichts, wo ich hätte misstrauisch werden können.“

Freispruch und zwei Jahre Haft

Für sie endete der Prozess tatsächlich mit einem Freispruch. Anders sah es bei ihrem Verlobten aus. Unter Einbeziehung einer älteren Verurteilung wurde der zu zwei Jahren Haft verurteilt – erneut ohne Bewährung.

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