Diskussionen um Unterstand für Jugendliche in Horstmar: „Wo sollen die denn sonst hin?“

hzMüll am Bürgerhaus

Für Aufsehen sorgte kürzlich eine Müllansammlung am Bürgerhaus Horstmar. Anwohner und Mitglied im Förder- und Trägerverein Martin Püschel sieht die Lage jedoch ganz entspannt.

Horstmar

, 09.08.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind Ferien, und viele Anlaufpunkte in Lünen für Jugendliche gibt es nicht. Zur Zeit wird das Bürgerbüro Horstmar, welches der Stadt Lünen gehört, renoviert. Heißt, auch im Jugendcafé im Inneren des Hauses kann die Jugend momentan nicht unterkommen. „Aber das ist nichts neues, denn in den großen Ferien hat das Bürgerhaus immer geschlossen“, sagt Martin Püschel.

Diskussionen um Unterstand für Jugendliche in Horstmar: „Wo sollen die denn sonst hin?“

Schon bald sollen sich Jugendliche hier wieder tummeln können. © Schulz-Gahmen

Er ist Ratsherr der SPD, direkter Anwohner in Horstmar und Mitglied im Förder- und Trägerverein. Seit rund 15 Jahren arbeiten die Vereine mit der Stadt zusammen und engagieren sich am Standort Horstmar für die Jugend. Auch alle anderen Gesellschaftsgruppen aus und um Horstmar sind dort gern gesehen. Das Bürgerhaus birgt einen großen Festsaal in sich, der vermietet wird und worüber die Vereine Geld beziehen, um die Jugend zu fördern.

Diskussionen um Unterstand für Jugendliche in Horstmar: „Wo sollen die denn sonst hin?“

Der Festsaal des Bürgerhauses Horstmar finanziert die Jugendarbeit der Vereine. © Schulz-Gahmen

Martin Püschel sagt über die Vermüllung neben dem Bürgerhaus: „So etwas passiert eben. Wir haben zur Zeit Renovierungen im Inneren und die Jugendlichen haben Ferien.“ Dass der Unterstand von Jugendlichen jetzt zum Trinken genutzt werde, fände der Horstmarer nicht gut, allerdings sei die Lage nicht so wild: „Wenn sie hier nicht sitzen, dann sitzen sie bald woanders. So wissen wir wenigstens, wer dort sitzt, und haben sie etwas im Blick.“ Außerdem sei es nicht so, dass sich ständig über Jugendliche dort beschwert würde.

Unterstand soll bleiben

Den Unterstand abzuschaffen, um solche Bilder der Vermüllung zu vermeiden, sei in seinen Augen nicht nötig, denn das Bürgerhaus in Horstmar soll auch weiterhin als Anlaufstelle für alle Horstmarer dienen. Martin Püschel hofft, dass gegen Ende August erste Räumlichkeiten für Jugendliche wieder nutzbar sein werden.

Diskussionen um Unterstand für Jugendliche in Horstmar: „Wo sollen die denn sonst hin?“

© Schulz-Gahmen

Martin Püschel sagt außerdem: „Sie machen ja auch nichts Schlimmes hier. Wir beobachten aber alles.“ Auch würde im und um das Gebäude herum regelmäßig sauber gemacht. Das machten zum einen der Hausmeister, zum anderen die Jugendlichen, die das Bürgerhaus als Anlaufstelle nutzen. „Für uns als Verein sind solche Situationen auch nicht schön, aber wo sollen Jugendliche denn in Zukunft hin, wenn der Unterstand nicht mehr steht?“, fragt Martin Püschel.

Eine Beschwerde in zwei Jahren

Die Stadt habe, laut Martin Püschel, mit den Vereinen die Möglichkeit eines Abrisses des Unterstandes am Bürgerhaus diskutiert, aber so weit soll es nicht kommen. Stadtsprecher Benedikt Spangardt sagt, dass es im aktuellen Jahr genau eine Beschwerde wegen Lärm und Vandalismus am Bürgerhaus gegeben habe. Im vergangenen Jahr keine. Auch von wütenden Anrufern wissen er nichts.

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