Ärzte und Corona: Im Notfall dürften sie arbeiten - auch in Lünen

Coronavirus

Wenn Ärzte oder Pfleger ungeschützten Kontakt mit Corona hatten, müssen sie in Quarantäne. Auch im St.-Marien-Hospital in Lünen gibt es diese Fälle. Im Notfall könnten sie aber arbeiten.

Lünen

, 31.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch im St.-Marien-Hospital könnten Ärzte und Pfleger arbeiten, obwohl sie eigentlich unter Quarantäne sein müssten. Das empfiehlt das Robert Koch Institut für den Notfall

Auch im St.-Marien-Hospital könnten Ärzte und Pfleger arbeiten, obwohl sie eigentlich unter Quarantäne sein müssten. Das empfiehlt das Robert Koch Institut für den Notfall © Goldstein

Auch vor Ärzten und Krankenpflegern macht das Coronavirus natürlich nicht halt. Im Klinikum Wolfsburg gibt es seit Ende vergangener Woche noch höhere Sicherheitsmaßnahmen als bisher.

Dort wurden mehrere Mitarbeiter positiv auf COVID-19 getestet. Es gibt einen Aufnahmestopp, mit wenigen Ausnahmen, ein grundsätzliches Besuchsverbot, Mitarbeiter arbeiten nur noch unter Vollschutz und Patienten werden einzeln untergebracht.

Im St.-Marien-Hospital in Lünen sei man von dieser Lage aber „noch weit entfernt“, wie Verwaltungsdirektor Axel Weinand am Montag (30.3.) auf Anfrage sagt.

Urlaubsrückkehrer unter Quarantäne

Mitarbeiter, die Kontakt zu Coronainfizierten im privaten Umfeld hatten, oder Urlaubsrückkehrer habe man schon seit geraumer Zeit. Das lasse

sich auch nicht vermeiden. „Auch unsere Mitarbeiter sind soziale Wesen“, so Weinand. Soweit bekannt seien sie in häuslicher Quarantäne.

Genaue Zahlen möchte Weinand dazu nicht äußern. Ohnehin gilt: Das Krankenhaus muss weiter Patienten behandeln. Neben Corona gibt es nach wie vor auch akute Notfälle, wie Schlaganfälle und Herzinfarkte. Aus Angst vor einer Corona-Infektion dann nicht ins Krankenhaus zu gehen, verschlimmert die Lage dieser Patienten nur.

Worst-Caste-Szenario betrifft auch medizinisches Personal

Bei einer weiteren Verschärfung der Situation gibt das Robert Koch Institut Handlungsempfehlungen für Krankenhäuser, an denen sich auch das Marienhospital orientiert.

Experten rechnen in einem Worst-Case-Szenario vor, dass 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung sich mit COVID-19 infizieren könnte. Es stammt aus einer vertraulichen Studie des Bundesinnenministeriums, wie der Spiegel berichtet. Auch für dieses Szenario gilt: Medizinisches Personal ist zwangsläufig mitbetroffen. Grundsätzlich immun ist niemand.

Arbeiten auch mit Corona-Verdacht denkbar

Für den Fall, dass so viele Mitarbeiter eines Krankenhauses ausfallen, dass ein sogenannter „relevanter Personalmangel“ eintritt, gibt es laut RKI unter Anderem folgende Möglichkeiten:

  • Die häusliche Quarantäne kann auf sieben Tage reduziert werden.
  • Hat ein Mitarbeiter keine Symptome kann er unter Schutzauflagen, hier mit einer Schutzmaske, arbeiten.
  • Die Versorgung ausschließlich von Covid-19-Patienten in Ausnahmefällen.
  • Selbstbeobachtung, Tagebuch und unter Umständen Tests auf Covid-19.

Auch Mitarbeiter mit Erkältung oder Corona-Infizierte könnten eingesetzt werden. In beiden Fällen müssen sie dann grundsätzlich eine Schutzmaske tragen, solange sie im Krankenhaus sind.

Corona-Infizierte Ärzte oder Pfleger dürften, in absoluten Ausnahmefällen, ausschließlich Patienten behandeln, die ebenfalls am Coronavirus erkrankt sind.

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