Aktion in Lünen: Friseure beleuchten Salons, „bevor Licht ganz ausgeht“

Am 31. Januar

Seit Wochen dürfen Friseure ihre Salons nicht öffnen. Sie fürchten den wirtschaftlichen Ruin und starten deshalb in Lünen eine besondere Aktion, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

Lünen

29.01.2021, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Friseure dürfen ihre Geschäfte wegen des Lockdowns nicht öffnen. Um auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam zu machen, starten sie am Sonntag eine besondere Aktion.

Friseure dürfen ihre Geschäfte wegen des Lockdowns nicht öffnen. Um auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam zu machen, starten sie am Sonntag eine besondere Aktion. © dpa

„Licht an, bevor es ganz ausgeht!“ – unter diesem Motto beteiligen sich die Mitgliedsbetriebe der Friseur-Innung Dortmund und Lünen an einer bundesweiten Aktion des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV).

Von Sonntag (31. Januar) bis Montag (1. Februar) lassen sie in ihren Salons 24 Stunden lang das Licht brennen und machen damit die Bevölkerung auf die dramatische wirtschaftliche Situation der Betriebe aufmerksam.

„Wir wollen für unsere Kundinnen und Kunden sichtbar bleiben und geben nicht auf“, so die einhellige Meinung des Vorstands der Innung Dortmund und Lünen. „Wir kämpfen um unsere Existenz und wollen arbeiten. Unsere Kundinnen und Kunden warten auf uns.“

Familienbetriebe stehen vor dem Aus

Rund 80.000 Salons des deutschen Friseurhandwerks sind seit dem 16. Dezember 2020 im zweiten Lockdown geschlossen. Viele Familienbetriebe im Friseurhandwerk können die damit verbundenen Umsatzverluste nicht mehr überbrücken, sie stehen vor dem existenziellen Aus.

Das Friseurhandwerk kämpft daher für einen Re-Start ab dem 15. Februar. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks ruft auch alle nicht in der Innung organisierten Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber bundesweit dazu auf: Macht vom 31. Januar auf den 1. Februar 2021 das Licht in den Salons an, bevor es ganz ausgeht!

Kunden fordern zu Schwarzarbeit auf

Manche Kunden haben bereits versucht, ihren Friseur zu überreden, schwarz die Haare zu schneiden, um so den Lockdown zu umgehen. Es gibt Drohungen, dass Kunden ihren Stamm-Friseur künftig meiden wollen, wenn er sich nicht darauf einlässt, verbotenerweise die Haare zu frisieren.

Mit der Aktion am Sonntag will das Friseurhandwerk vier Kernforderungen an die Öffentlichkeit bringen:

  • Die Überbrückungshilfen müssen passgenau gestaltet und schnell und unbürokratisch gewährt werden.
  • Eine nachhaltige Förderung der Ausbildungsleistung ist jetzt notwendig, um die duale Berufsausbildung zu sichern.
  • Auch der Chef oder die Chefin als wichtigster Mitarbeiter des Betriebs muss berücksichtigt werden. Sie gehen in den aktuellen Regelungen noch leer aus.
  • Schwarzarbeit muss gestoppt werden. Sichere Friseurdienstleistungen können nur Profis unter Wahrung der Hygiene- und Arbeitsschutzstandards in den Salons bieten.

Die Friseur-Innung Dortmund und Lünen, so Geschäftsführer Ludgerus Niklas, sei mit ihren rund 140 Mitgliedsbetrieben in der Region ein starker Verbund, der sich für die Interessen seiner Mitglieder gerade in der Corona-Krise besonders einsetze.

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