Alte Steag: Hochspannungs-Leitungen verschwinden, Schweigen zum Norden

hzKraftwerksrückbau

Der Rückbau des ehemaligen Steag-Kraftwerkes schreitet weiter voran. Auch die Hochspannungsleitungen verschwinden aus dem Umfeld. Derweil kündigt sich „schwerer“ Besuch an.

Lünen

, 02.10.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ehemalige Steag-Kraftwerk an der Moltkestraße verschwindet Stück für Stück. Derzeit arbeiten sich die Bagger durch die alten Maschinenhallen vor zum Kesselhaus. Die großen Gebäude - darunter auch der Schornstein und der Kühlturm - werden voraussichtlich im März 2021 gesprengt.

Bis es so weit ist, gibt es für die Unternehmensgruppe Hagedorn, Noch-Besitzerin der Fläche, viel zu tun. Dabei gibt es Hilfe vom größten Abrissbagger Deutschlands: Der 230 Tonnen schwere „KMC1600S“ soll auf dem Kraftwerksgelände seine Premiere für Hagedorn feiern. Wie Pressesprecherin Judith Roderfeld auf Anfrage erklärt, soll der Bagger „Ende November/Anfang Dezember“ angeliefert werden.

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Hochspannungsleitungen verschwinden

Während der Rückbau der Kraftwerksanlagen der STEAG an der Moltkestraße auch ohne den KMC sichtbar an Fahrt aufnimmt, haben Spezialisten jetzt auch an der Netzanbindung mit der Demontage begonnen.

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Im Zuständigkeitsbereich des Netzbetreibers Amprion wird auf der 220-kV-Wechselstrom-Strecke von der Moltkestraße bis nach Elmenhorst das System abgehängt, das einst den Strom vom Kraftwerk in das Hochspannungsnetz transportierte. Bis in den Oktober werden diese Arbeiten andauern, die in Elmenhorst ihren Anfang genommen haben.

Die Abrissbagger arbeiten sich zu den großen Gebäuden vor.

Die Abrissbagger arbeiten sich zu den großen Gebäuden vor. © Goldstein

An den Tragmasten werden jeweils drei Doppelleitungen von den Isolatoren abgehängt. Im Kraftwerksbereich wurden die Anschlüsse von den großen Transformatoren bis zum Ausgangsportal bereits entfernt, jetzt sind die Leitungen vom Portal in die Übertragungsstrecke an der Reihe.

Auf den Hochspanungsmasten bleiben die Systeme erhalten, auf denen noch weiterhin Strom übertragen wird. Somit werden auch die Masten selbst nicht, im Gegensatz zum Kraftwerk, aus dem Landschaftsbild verschwinden.

Hagedorn schweigt zur Nordfläche

Anlass zu Spekulationen bietet weiterhin die Nordfläche des Areals, für die die Hagedorn-Gruppe noch einen Abnehmer sucht. Wie berichtet wird die 26,6 Hektar große Südfläche an die DFI Partners AG aus Düsseldorf weiterverkauft, die das Gelände dann vermarktet. Das entspricht knapp 70 Prozent der gesamten Kraftwerksfläche.

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Für das Areal nördlich der Moltkestraße sei man in Gesprächen mit mehreren Interessenten, wie Hagedorn in der Vergangenheit mitgeteilt hatte. Zu Details schweigt das Unternehmen nach wie vor beharrlich - auch wenn die SPD Lünen zuletzt erklärt hatte, dass ein „zeitlich befristetes Kaufangebot“ für die Fläche vorgelegen habe.

Neben den Leitungen verschwindet Stück für Stück das alte Kraftwerk an der Moltkestraße.

Neben den Leitungen verschwindet Stück für Stück das alte Kraftwerk an der Moltkestraße. © Goldstein

Das nördliche Gebiet wird immer wieder mit dem direkten Nachbarn Remondis in Verbindung gebracht, der 2019 bereits die Fläche rund um den „Lüner Brunnen“ gekauft hatte. Eine Expansion zur Moltkestraße sei derzeit allerdings nicht geplant, hieß es im August.

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