Amtsgericht Lünen in Corona-Krise: Spuckschutz, Herzblut und Abstand

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Das Amtsgericht Lünen arbeitet in der Corona-Krise unter erschwerten Bedingungen. Alles, was Aufschub duldete, musste warten. Das soll sich nun wieder ändern.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 06.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Lockdown im Zuge der Corona-Krise sorgte dafür, dass auch der Betrieb im Amtsgericht runtergefahren werden musste und nur noch Sachen bearbeitet werden konnten, die keinen Aufschub duldeten.

Das soll sich nun langsam wieder ändern. Im Gespräch äußert sich Dr. Niklas Nowatius, Direktor des Amtsgerichts Lünen, zu den vergangenen Wochen und dem, was nun folgen soll.

Seit Mitte März herrschte auf den Fluren und in den Sälen eine fast unangenehme Ruhe. Die Bürger waren und sind dazu aufgefordert, rechtliche Anliegen, sofern möglich, schriftlich zu formulieren und Termine telefonisch zu vereinbaren.

Verständnis und Herzblut

„Die Bürger haben sehr verständig reagiert“, sagt Nowatius und findet im selben Atemzug respektvolle Worte für sein Team: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben alle wacker mit angepackt. Bei der Einteilung in verschiedene Schichten waren alle sehr konstruktiv und hilfsbereit. Die sind mit Herzblut bei der Sache und freuen sich alle darauf, dass es wieder losgeht.“

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Und Dr. Niklas Nowatius kann noch mehr Positives berichten: „Wir haben keine Infektionsfälle gehabt. Es sind alle gesund geblieben.“

Genau das soll so bleiben, wenn nun ein Stück weit zum juristischen Alltag zurückgekehrt werden soll. Die ruhigere Phase wurde unter anderem dazu genutzt, Sicherheitsvorkehrungen zu realisieren.

Spuckschutz, Mund-Nasen-Schutz und Desinfektion

Künftig gibt es einen öffentlich und einen nicht öffentlich zugänglichen Bereich im Lüner Amtsgericht. Besucher, die einen Termin im nicht öffentlich zugänglichen Bereich haben, werden abgeholt. Vier Säle stehen für Sitzungen zur Verfügung, die anderen drei dienen als Wartebereich.

„Das oberste Gebot ist die Abstandseinhaltung. Deshalb sollen alle Bewegungsströme gelenkt und geleitet sein. Diese Voraussetzungen gewährleisten auch der Öffentlichkeit den Zugang zu den Verhandlungen“, so Nowatius.

Besucher sind verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wobei im Saal die Richter entscheiden. Auch füllen Personen, die das Gebäude betreten, eine Selbstauskunft aus. Weitere Maßnahmen sind Spuckschutzwände, die Möglichkeit zum Waschen und Desinfizieren der Hände sowie regelmäßiges Lüften.

Die Arrestanstalt ist seit Ende März leergezogen. Die meisten Beamten wurden während der Schließung an andere Vollzugsanstalten abgeordnet. Vier befinden sich aber nach wie vor vor Ort, um die Instandhaltung zu gewährleisten.

Corona erweist sich auch im Amtsgericht Lünen als Herausforderung, der sich Dr. Niklas Nowatius und sein Team stellen müssen. Der Direktor bleibt optimistisch: „Aber bei allem Optimismus darf man nicht sorglos werden.“

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