Angelteiche in Lünen wieder geöffnet - Neuer Erlass zu Corona-Regeln

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Es war schwer zu verstehen: In einem Landkreis durften Angelteiche betrieben werden, im anderen nicht. Wie in Lünen. Ein neuer Erlass regelt auch, warum Karpfen im Wasser bleiben müssen.

Lünen

, 16.04.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kreisweit waren die kommerziell betriebenen Angelteiche bis Mitte vergangener Woche geschlossen geblieben. In Absprache mit dem Kreis Unna hatten sich die Ordnungsämter der zehn Städte und Gemeinden im Kreisgebiet darauf verständigt, dass es sich bei Angel- und Forellenteichen um Angebote zur Freizeitbeschäftigung halten würde - und diese daraufhin zu schließen seien.

Den Angelteich Forsthaus in Lünen-Brambauer traf das hart - und die Verunsicherung unter Angelfreunden, was mit öffentlichen Gewässern sei, nahm zu.

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Doch kurz vor Ostern gab es einen neuen Erlass aus dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: „Und das hat sich Sachlage nochmals klar gestellt“, erklärt Kreissprecherin Birgit Kalle.

„Kommerzielle Anlagen dürfen öffnen, sofern es um das Angeln von Forellen geht.“ Dabei handele es sich um ein hochwertiges Lebensmittel, das für den Eigenbedarf gefangen werden dürfe. Am Karpfenteich, so Kalle, dürfte nicht geangelt werden.

Angler müssen besondere Corona-Regeln beachten

Allerdings müssen die Angler die geltenden Abstands- und Hygienevorschriften einhalten. Und sie müssen im Besitz des Fischereierlaubnisscheins sein.

Auch das Angeln an öffentlichen Gewässern ist nach dem neuen Erlass ausdrücklich gestattet, denn: „Das Angeln an den Gewässern bietet vielen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit der Nutzung natürlicher Ressourcen für die eigene Ernährung.“

Untersagt sind jedoch weiterhin Zusammenkünfte, Veranstaltungen und Versammlungen in Angelvereinen und an Angelgewässern.

Flatterband markiert die Mindestabstände, die von den Anglern einzuhalten sind.

Flatterband markiert die Mindestabstände, die von den Anglern einzuhalten sind. © Günther Goldstein

Am Angelteich Forsthaus ist daher wieder munteres Treiben. Auch wenn rot-weißes Flatterband zu wahrende Abstände markiert und nur noch für halb so viele Angler wie vor der Krise Platz ist.

Geöffnet ist die Anlage aber auch nur für Angler. „Besucher und Spaziergänger sind auf der gesamten Anlage verboten“, heißt es auf neu gefertigten Aushängen.

Mit rund um das Gewässer verteilten Stühlen markieren die Betreiber, wo die maximal 25 Angler stehen oder sitzen dürfen - und wie viel Abstand sie zum Nachbarn einhalten müssen. Nämlich fünf Meter. Geschlossen bleiben muss der Schlachtraum - und das Ausnehmen der Fische am Teich ist strengstens untersagt.

Hoffen, dass die Krise mit ledliglich einem blauen Auge endet

Dennoch ist das Betreiberpaar froh, wieder öffnen zu dürfen. Nach dreiwöchiger Zwangspause ohne Einnahmen. „Jetzt sind wir zufrieden und hoffen, dass wir mit einem blauen Auge aus der Situation kommen“, sagt das Paar, das vom Ordnungsamt offiziell darüber informiert wurde, dass es wieder öffnen dürfe.

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