Bei sommerlicher Hitze in Lünen würde mancher vielleicht gerne lange Kleidung bei der Arbeit verzichten. Aber nicht überall ist das möglich. © picture alliance/dpa
Sommerkleidung

Arbeitskleidung bei Hitze: Polizisten in kurzen Hosen oder Pfarrer in Flip-Flops?

Wenn die Temperaturen die 30-Grad-Marke knacken, kommt jeder ins Schwitzen. Aber nicht jeder in Lünen kann in kurzen Klamotten zur Arbeit kommen. Besonders kurze Hosen sind oft nicht denkbar.

Bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad lässt es sich gut aushalten. Wenn die Temperaturen im Sommer aber wieder über 30 Grad klettern, kommt jeder ins Schwitzen. Wir haben in Lünen nachgefragt: „Wer greift im Job zum kurzen Sommeroutfit?

Lange Hosen für Polizisten fast immer ein Muss

Kurze Ärmel gehören bei der Polizeiuniform im Sommer zum Standard. Nackte Beine gibt es bei Polizistinnen und Polzisten im Streifendienst aber nicht: Aus Eigensicherungsgründen seien lange Hosen immer ein Muss, erklärt Polizeihauptkommissarin Nadine Perske.

Hinzu kommt die schwere Ausrüstung, die auch an heißen Sommertagen immer dabei ist: Dienstwaffe, Schutzweste, Handschellen, Funkgerät und „Reizstoffsprühgerät“ (Pfefferspray) wiegen rund sieben Kilogramm. Allein bei der Fahrradstaffel darf es luftiger unten rum werden: Nur diese Kollegen dürfen laut Perske im Dienst kurze Hosen tragen.

Kurze Ärmel gehören zur Polizeiuniform im Sommer - lange Hosen sind aber ein Muss.
Kurze Ärmel gehören zur Polizeiuniform im Sommer – lange Hosen sind aber ein Muss. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Pfarrer auch im Sommer mit langem schwarzen „Mantel“

„Der Talar ist Amtstracht. Der ist gesetzt“, sagt der Lüner Pfarrer Udo Kytzia. „Im Sommer wäre ein langer, schwarzer Mantel eigentlich nicht die erste Wahl“, scherzt er. Darunter trägt er bei heißen Temperaturen möglichst wenig.

Heißt: Poloshirt ist okay. Kurze Hose oder Sandalen gehen für ihn gar nicht. „Eine Vorschrift gibt es nicht. Aber stellen Sie sich vor, ich käme in kurzer Hose zu einer Beerdigung. Die Irritationen wären zurecht vorprogrammiert.“ Lange Hose und geschlossene Schuhe sind für ihn ein Muss, egal wie heiß es ist.

Kurze Hosen, Flip Flops, Sandalen oder bauchfreie Kleidung sind in den Lüner Banken absolut tabu. „In der Bank muss jeder erkennen, wer der Banker ist“, sagt Pressesprecher Bernd Wieck von der Sparkasse an der Lippe.

Bei der Volksbank Lünen gebe es zwar keinen offiziellen Dresscode, aber schon in der Ausbildung lernen Mitarbeitende, wie sie sich angemessen kleiden, erklärt Unternehmenssprecher Carsten Jäger. „Bei sehr hohen Temperaturen im Sommer verzichten unsere Kollegen allerdings auch schon einmal auf ihre Krawatten.“

Lockerer macht sich die Sparkasse: Die Krawatte ist seit zwei Jahren gar kein muss mehr. Auch ein kurzärmeliges Hemd darf im Sommer getragen werden. „Beim Kundenkontakt muss aber das Sakko drüber“, erklärt Wieck.

Bürgermeister im Sommeroutfit?

Zeigt Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns seine Beine im Sommer? Ganz klar: nein. „Als Bürgermeister repräsentiere ich die Verwaltung und die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Deshalb ist es mir persönlich wichtig, angemessene Kleidung zu tragen“, sagt er. Dazu gehöre in der Regel ein Hemd mit Stehkragen und eine lange Hose. Nur die Arme legt er im Sommer mal frei, aber nur „wenn es besonders warm ist“.

Nur die Arme legt Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns im Sommer schon mal frei. Aber nur „wenn es besonders warm ist“.
Nur die Arme legt Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns im Sommer schon mal frei. Aber nur „wenn es besonders warm ist“. © Stadt Lünen © Stadt Lünen

In der Stadtverwaltung sieht man bei heißen Temperaturen durchaus mal nackte Beine: „Bei hohen Temperaturen tragen einige Kolleginnen zum Beispiel Kleider, einige Kollegen tragen kurze Hosen. Aber generell gilt: Grundsätzlich tragen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Kleidung, die dem jeweiligen Aufgabengebiet angemessen ist“, erklärt Stadtsprecher Alexander Dziedeck. Zentrale Vorgaben gebe es aber nicht.

Und wie siehts an den Lüner Schulen aus? „Das Kollegium sieht nicht aus, als wollten sie gleich ins Schwimmbad“, sagt Reinhold Bauhus, Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. In der Regel werden lange Hosen getragen. Bei extremen Temperaturen könnte es aber mal eine Ausnahme geben, sagt er. Immerhin seien Lehrerinnen und Lehrer Vorbilder für ihre Schülerschaft.

Würde er selbst denn zur kurzen Hose greifen? „Selbstverständlich nicht. Auch keine Sandalen.“ Ein kurzärmeliges Hemd sei aber auch für Schulleiter Bauhus „vollkommen in Ordnung“.

Das Fazit lautet: Bei den Armen darf in Lünen schon mal an Stoff gespart werden, die Beine sollten aber möglichst bedeckt bleiben.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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