Arbeitslosenzahl in Lünen steigt leicht – Corona-Lockerungen wirken

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenzahl in Lünen ist im Juni im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen. Die Zahl der Lüner in Kurzarbeit ist weiter hoch, die Corona-Lockerungen zeigen aber offenbar Wirkung.

Lünen

, 01.07.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Arbeitslosenzahl in Lünen ist im Juni leicht gestiegen.

Die Arbeitslosenzahl in Lünen ist im Juni leicht gestiegen. © picture alliance / ZB

In ihrem monatlichen Arbeitsmarktreport veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit die Juni-Statistik für den Kreis Unna. Insgesamt stieg die Zahl der Arbeitslosen im Kreis im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent auf 16.994.

Lünen hat kreisweit die meisten Arbeitslosen

Im Lünen ist der Anstieg höher. So waren im Juni 4.952 Personen arbeitslos gemeldet, 108 Personen mehr als noch im Mai. Damit beträgt die Arbeitslosenquote in Lünen 10,7 Prozent, was die höchste Quote im Kreis Unna bedeutet. Im Vergleich zum Vormonat (10,5 Prozent) ist der Anstieg zwar gering, im Juni 2019 lag die Quote dagegen bei 9,7 Prozent.

In Lünen sind mehr Männer (2784) arbeitslos als Frauen (2168). Die meisten Arbeitslosen sind zwischen 25 und 55 Jahren, fast jeder sechste Arbeitslose ist 55 Jahre oder älter.

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Langzeitarbeitslos waren 1945 Lüner im Juni, sie waren also ein Jahr oder länger nicht beschäftigt.

Insgesamt zeigt sich Thomas Helm von der zuständigen Arbeitsagentur Hamm mit der Entwicklung dennoch zufrieden: „Die Anstiege schrumpfen und die Lage wird zunehmend unaufgeregter auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna“, teilt der Agenturchef mit.

Mehr Jobangebote im Kreis

Die Arbeitslosigkeit im Kreis ist zwar weiterhin gestiegen, gleichzeitig gebe es nun aber deutlich mehr Möglichkeiten, einen neuen Job zu finden. 702 neue offene Stellen konnten im Kreis Unna im Juni vermeldet werden, 43,9 Prozent mehr als im Mai. Zudem hätten die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in die Erwerbstätigkeit zugelegt.

„Diese Dynamik ist gut und zeigt, dass die Wirtschaft die Lockerungen dankbar aufnimmt. Jedoch bleiben die Auswirkungen der Sommerferien abzuwarten, die mit erhöhtem Reiseverkehr und gesteigerter Kontaktdichte einhergehen und eine gesicherte Perspektive für die nächsten Monate aktuell nicht ermöglichen“, so Agentur-Chef Helm.

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Knapp 70.000 Beschäftigte in Kurzarbeit

Uwe Ringelsiep vom Jobcenter Kreis Unna ergänzt: „Wir müssen jetzt gute Strategien entwickeln, um Bewerber und Unternehmer wieder zusammenzubringen.“

Auch für viele Beschäftigte in Kurzarbeit müsse eine langfristige Lösung gefunden werden. Seit Beginn der Corona-Krise Anfang März sind bei der Arbeitsagentur 3518 Anzeigen auf Kurzarbeit im Kreis Unna eingegangen. Davon sind 69.161 Mitarbeiter betroffen.

Zur Zeit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2019 waren im Vergleich dazu in Hamm und dem Kreis Unna insgesamt 16.600 Angestellte in Kurzarbeit.

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