Auch Gefängnisstrafe hielt Lünerin nicht von Diebstählen ab

Prozess

Schon fünfmal stand eine Lünerin wegen Diebstahls vor Gericht. Offenbar war es für die Frau ein Zwang, sich an fremdem Eigentum zu bedienen. Nun folgte der sechste Prozess.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 28.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
In der Fußgängerzone stahl die Angeklagte Kleidung in der Lüner Filiale einer Modekette.

© Nora Varga (A)

Der Griff zu fremdem Eigentum war für eine 48-jährige Lünerin offenbar ein Zwang. Selbst ein Aufenthalt im Gefängnis konnte sie nicht abhalten. Im Prozess vor dem Amtsgericht zeichnete sich nun aber eine positive Entwicklung ab.

Fünf Verurteilungen wegen Diebstahls befanden sich bereits in ihrem Strafregister – nun kommt die sechste Eintragung hinzu. Im Herbst 2019 ließ sie in der Lüner Filiale einer Modekette Kleidung für rund 250 Euro verschwinden. Keinen Monat später griff sie erneut zu. Diesmal suchte die 48-Jährige einen hiesigen Supermarkt heim, steckte Kaffee und Schokolade im Wert von knapp 20 Euro ein.

Kleptomanische Züge

In der Verhandlung überließ die Lünerin nun zunächst ihrem Verteidiger das Reden. Der erklärte, die Taten würden eingeräumt. Auch verwies er auf eine psychische Erkrankung und darauf, dass ihr Handeln kleptomanische Züge trage. Nun habe sie aber nicht nur eine Arbeit und befinde sich in Behandlung, sondern habe auch Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um Diebstähle in der Zukunft zu vermeiden. Sie gehe nicht mehr allein zum Einkaufen. Sie selbst betonte: „Ich möchte mich entschuldigen. So etwas kommt nicht mehr vor. Jetzt ist mein Kopf klar.“ Ihre Ehrlichkeit und die Wende sorgten für eine letzte Chance: fünf Monate Haft zur Bewährung und 600 Euro Geldbuße.

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