Hitze in Lünen setzt der Kühlung im St.-Marien-Hospital zu - das sind die Folgen

hz„Belastungsgrenze erreicht“

Im St.-Marien-Hospital sorgt die Hitze dafür, dass die dezentrale Kühlungsanlage nur noch auf 75 Prozent läuft. Das heißt unter anderem: Im OP wird es wärmer.

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 27.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist heiß. So weit ist das kein Wunder, denn es ist Sommer. Allerdings sind 40 Grad schon Extremtemperaturen. Darunter leiden momentan besonders Feuerwehrleute und Polizisten. Jetzt spüren auch Patienten im Krankenhaus die Auswirkungen.

Die anhaltend hohen Temperaturen sorgen dafür, dass Kühlungssysteme, dadurch dass sie mehr Leistung erbringen müssen, vor extremen Herausforderungen stehen. So auch im St.-Marien-Hospital. Die Hitze ist dafür verantwortlich, dass der Betrieb der dezentralen Kühlungsanlage des Krankenhauses um ein Viertel reduziert arbeitet.

Geräte sind auf 32 Grad ausgerichtet

Das dezentrale Kühlungssystem betreibt verschiedenste Geräte des Krankenhauses. Da viele Maschinen auf eine Temperatur von 32 Grad ausgerichtet sind, reicht die Kühlleistung nun nicht mehr aus. „Der Betriebsablauf ist bisher nicht gefährdet, aber sehr stark belastet“, sagt Michael Goepfert, technischer Leiter des Krankenhauses.

Betroffen sind Geräte, die Wärme ableiten müssen, zum Beispiel im OP-Bereich. Wenn die Temperaturen steigen, müssen sie intensiver arbeiten, was dazu führt, dass nicht die volle Leistung erbracht werden kann.

Mehr Pausen für Mitarbeiter

Für den OP bedeutet das beispielsweise, dass die Temperatur von 18 auf 20 Grad steigt. „Die Wärme wird aufgrund der geringeren Betriebsleistung einfach nicht mehr so schnell abgeführt“, erklärt Goepfert.

Mitarbeiter müssten dieser Tage mehr Pausen einlegen, um sorgfältig arbeiten zu können. Damit hier der Betrieb überhaupt aufrecht erhalten werden kann, wurde die Kühlung anderer Bereiche, wie zum Beispiel der Bettenzentrale, des Gymnastikbereichs oder eines Lagerraums abgeschaltet.

Situation im Krankenhaus ist grenzwertig

„Es ist wirklich grenzwertig, was wir hier erleben“, sagt Goepfert, „die Belastungsgrenze ist erreicht, auch für die Mitarbeiter.“ Neben verschiedenen Geräten ist lediglich der OP-Bereich und die Intensivstation, nicht aber der normale Patientenbereich gekühlt.

Hitze in Lünen setzt der Kühlung im St.-Marien-Hospital zu - das sind die Folgen

Die Intensivstation in Lünen gehört zu den Orten im Krankenhaus, die noch gekühlt werden. © picture alliance / dpa

Für die Zukunft wünscht Goepfert sich eine große finanzielle Investition in eine modernere Kühlanlage. Eine solche Investition hat das Klinikum Westfalen für die Klinik am Park bereits getätigt.

Kühlaggregate sind überarbeitet

„Wir haben von der Hitze der beiden Vorjahre gelernt und die Kühlaggregate überarbeitet und wieder aufgebaut“, sagt Krankenhausleiter Oliver Niggemann. Es brauche eine stringente Wartung, damit der Betrieb aufrecht erhalten werden können. „Wir sind sehr guter Hoffnung, dass wir trotz des steigenden Energieverbrauchs, den die Temperaturen mit sich bringen, gut durch diese Periode kommen.“

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