Bernhard Weiß hat sich einer neuen Herausforderung gestellt und ein besonderes Album herausgebracht. Auf "Rock Chansons" singt er mit Klavierbegleitung. © Dirk Schelpmeier
Neues Album

Axxis-Frontmann Bernhard Weiß geht mit „Rock Chansons“ neue Wege

Mit „Rock Chansons“ präsentiert Axxis-Frontmann Bernhard Weiß sein ungewöhnlichstes Album. Keine lauten Töne, nur der Sänger und ein Instrument. Dafür hat er Klavierspielen gelernt.

Der Lüner Sänger Bernhard Weiß (56) mag neue Herausforderungen. Ihnen hat er sich stets mit der bekannten Lüner Band Axxis gestellt, die seit 1988 die Bühnen erobert hat. In der Corona-Krise nutzte Weiß die Zeit für etwas ganz Neues: Ein Solo-Album, nur er als Sänger und ein Klavier. Genau das Gegenteil von dem, was er sonst gemacht hat. Keine fetten Rhythmen, keine lauten Bässe.

Anfang des Jahres hat der Künstler mit seiner Arbeit begonnen. Das Ergebnis ist seit dem 7. Mai auf dem Markt: Das Album „Rock Chansons“.

Eine neue Form der Freiheit

Damit verlässt Weiß gewohntes Terrain und das eingeübte Miteinander in der Band. „Plötzlich war ich völlig frei. Und diese Freiheit ist gar nicht leicht, umzusetzen“, berichtet er. Während er sonst zum Songschreiben seine Akkustikgitarre nutzt, war es diesmal das Klavier. Eigens hat er dafür Klavierspielen gelernt.

Die Songs sind persönlich, ein Spiegel seiner Seele und Ausdruck seiner Gefühle in der Corona-Zeit. Weiß knüpft künstlerisch an seine Zeit 2006 beim Landestheater in Schwaben an, als er mit Keyboarder Harry Oellers für die musikalische Inszenierung des „Prometheus Brain Projects“ verantwortlich zeichnete. Damals kamen Theater und Rock zusammen. Das Stück, in dem es auch um ein Virus geht, hat „quasi die jetzige Situation vorausgeahnt“. Schon damals hatte Weiß die Idee zu Rock Chansons. Jetzt hat er sie umgesetzt.

Stipendium des Landes NRW

Für seine Arbeit hat er ein Stipendium des Landes NRW erhalten. Nicht nur dort kommt sein Wirken gut an. „Viele internationale Metal-Magazine berichten positiv über das Album, weil es als Zeichen gut in die Zeit passt“, freut sich Weiß. Schon vor zwei Wochen ist eine Single daraus erschienen mit dem Titel „Will the world trust me?“

Anders, minimalistisch und leiser: Bernhard Weiß hat neue Herausforderungen angenommen. Der Musiker, der von der Kunst lebt, kennt die Probleme von Kulturschaffenden in der Corona-Zeit. Viele sind auf sich alleine gestellt. So ist auch sein Album: Bernhard Weiß alleine mit dem Klavier.

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Redaktion Lünen
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