Sanitär Backhove stellt trotz Corona-Krise einen zusätzlichen Azubi ein

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In der Corona-Krise müssen manche Firmen kürzer treten. Im Handwerk hingegen wird weiterhin jede helfende Hand gebraucht. So bekam Omran Arfo (17) spontan einen Ausbildungsplatz.

Lünen

, 20.08.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Omran Arfo vor einem halben Jahr mit seinem Praktikum bei Sanitär Backhove begann, ließ er alles auf sich zukommen. „Ich hatte keine Ahnung, was für Aufgaben hier auf mich warten. Ich wohne quasi nebenan und war neugierig, mir das anzuschauen. Ich wollte immer etwas Handwerkliches machen“, erzählt der 17-Jährige. Schnell merkte er, dass die Arbeit im Sanitärbereich facettenreicher ist als gedacht und er fasste den Entschluss, bei Backhove eine Ausbildung anzutreten.

Doch der Betrieb hatte bereits einem anderen jungen Mann den Ausbildungsplatz versprochen - und im Normalfall auch immer nur einen Azubi eingestellt. Der Geschäftsführer Sebastian Witt überlegte hin und her, und dachte sich letztendlich: „Der Junge ist gut, den können wir nicht wieder wegschicken.“ So kam es, dass Sanitär Backhove mitten in der Corona-Pandemie einen zweiten Azubi engagierte.

Sechs Monate zum gegenseitigen Kennenlernen

„Als Omran hier anfing, war er sehr schüchtern und still. Aber er hat sich richtig gemacht. In dem halben Jahr haben wir Zeit gehabt, um ihn kennenzulernen. So einen Langzeit-Praktikanten würden wir gerne wieder nehmen“, sagt der Geschäftsführer. Omran Arfo besuchte die AVD-Klasse (Duale Ausbildungsvorbereitungsklasse) des Lippe-Berufskollegs. So war er ein halbes Jahr lang dreimal in der Woche im Betrieb und zweimal in der Woche in der Schule, die er in diesem Jahr nach der zehnten Klasse abschloss.

Der Geschäftsführer Sebastian Bitt freut sich, dass er den Langzeit-Praktikanten Omran Arfo für die Ausbildung bei Backhove gewinnen konnte.

Der Geschäftsführer Sebastian Bitt freut sich, dass er den Langzeit-Praktikanten Omran Arfo für die Ausbildung bei Backhove gewinnen konnte. © Sylva Witzig

Besonders Spaß an dem Job macht es Omran, wenn er den Kunden vor Ort helfen kann: „Wenn beispielsweise ein Wasserrohrbruch war und man das reparieren kann, sind die Leute meistens richtig dankbar. Das fühlt sich toll an!“

„Der Computer kann keine Heizung reparieren“

Für Omran war früh klar, dass er nicht in die Fußstapfen seiner großen Schwestern treten würde: „Die eine ist Rechtsanwältin, die andere Sprechstundenhilfe beim Kieferorthopäden und eine hat Abi gemacht - ich will anpacken. Die ganze Zeit drinnen in einem Büro oder einer Praxis zu sitzen, wäre so gar nichts für mich.“

Sein Chef, Geschäftsführer Sebastian Witt, macht noch mehr Werbung für die Branche: „In vielen Bereichen werden Stellen weggekürzt, die inzwischen von Computern übernommen werden. Aber ein Computer wird nie eine Heizung reparieren können. Und auch in der Krise gehen Geräte kaputt. Das ist ein sicherer Job.“

So sei es auch während der Corona-Pandemie nicht zu einem Rückgang der Aufträge gekommen. „Wir haben genug Arbeit, um einen weiteren Azubi zu beschäftigen“, sagt Witt und freut sich, Omran Arfo im Team begrüßen zu können.

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