Baby-Skelette in vermüllter Wohnung: BGH bestätigt Gefängnis-Urteil für Lüner Mutter

Revision verworfen

Aus Überforderung ließ eine Lüner Mutter ihre beiden Töchter hungern und dursten. Nach wenigen Monaten waren Marie und Emma tot. Jetzt hat der Bundesgerichtshof über den Fall entschieden.

Lünen

, 08.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Baby-Skelette in vermüllter Wohnung: BGH bestätigt Gefängnis-Urteil für Lüner Mutter

Die Angeklagte versteckte vor dem Landgericht Dortmund ihr Gesicht hinter einem Hefter. © Martin von Braunschweig

Der 4. Strafsenat in Karlsruhe hat sich dem Urteil des Dortmunder Landgerichts angeschlossen und entschieden: Die Angeklagte muss ins Gefängnis. Drei Jahre und sechs Monate Haft hatten die Dortmunder Richter im September 2018 verhängt. Auch an der Höhe der Strafe hatte der Bundesgerichtshof nichts auszusetzen. Die Revision der Angeklagten wurde komplett verworfen.

Kein Tötungsdelikt - sondern Misshandlung

Damit steht aber auch fest: Obwohl zwei Kinder qualvoll zu Tode gekommen sind, wird niemand wegen eines Tötungsdeliktes verurteilt werden. Das Dortmunder Landgericht hatte die Mutter „nur“ wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen verurteilt - eine Entscheidung, die schon damals auf viel Unverständnis gestoßen war.

Der Vorsitzende Richter Alexander Donschen hatte das Urteil jedoch damit erklärt, dass die Todesursache in beiden Fällen nicht mehr zu hundert Prozent zu ermitteln gewesen war. Man könne zwar sicher sagen, dass die Angeklagte ihre beiden Töchter hungern und dursten ließ. Nicht aber, dass sie die Mädchen verhungern und verdursten ließ. Unterm Strich seien andere Todesursachen nicht auszuschließen.

Leichen waren nach Feuerwehreinsatz gefunden worden

Die bereits skelettierten Leichen von Emma und Marie waren nach einem Feuerwehreinsatz in der Wohnung der Lünerin gefunden worden. Sämtliche Räume waren komplett vermüllt gewesen. Die Angeklagte hat eine Persönlichkeitsstörung.

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