Bald keine Maske im Unterricht: Lüner Stadtschulpflegschaft ist dagegen

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Unterricht ab 1. September ohne Maske: Diese Entscheidung von NRW-Ministerpräsident Laschet stößt bei der Lüner Stadtschulpflegschaft auf Kritik: „Wir sind alle angespannt“, heißt es.

Lünen

, 28.08.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

An vier Lüner Schulen sind Corona-Verdachtsfälle aufgetreten, zuletzt an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule (KKG). 170 Schüler und ein Lehrer befinden sich in Quarantäne. „Wir sind alle angespannt“, berichtet Robert Goelzner, Sprecher der Stadtschulpflegschaft Lünen (SSPL). Er ist Vater von vier Kinder zwischen 13 und 16 Jahren. Zwei davon gehen auf die KKG. Angespannt sind die Eltern, weil sie eine mögliche eneute Schulschließung fürchten.

Die SSPL spricht sich, anders als das Dutzend anderer Verbände, deutlich gegen eine Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht aus. „In dem Moment, in dem der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, fordern wir, dass die Schüler eine Maske aufzusetzen haben“, sagt Robert Goelzner, Sprecher der SSPL.

Kritik an Masken im Bausatz

Er geht noch weiter: „Was mich und uns alle wirklich sauer macht, sind diese Masken, die die Kinder selbst zusammen bauen müssen. Eine Frechheit ist das. Und das ist so auch nicht ausreichend.“ Seine Kritik zielt auf Masken, die den Schulen gestellt werden. Sie werden im „Bausatz“ geliefert. Die Schüler müssen die Haltebändel selbst einfädeln. „Da ist doch die Frage, wie sorgfältig sie das machen und wie sicher die dann noch sind“, so Goelzner.

Sofortpaket Hygiene-Artikel gefordert

Außerdem bemängelt er, dass es nicht in allen Klassen Desinfektionsmittel gibt, sondern nur im Eingangsbereich der Schulen. „Die Sachen sind zwar da“, sagt er, „aber irgendwie wird nicht weiter gedacht.“ Daher wird die Stadtschulpflegschaft Lünen ihrerseits in einem offenen Brief an die Landesregierung ein Sofortpaket für Hygiene-Artikel fordern, von dem auch hochwertigere Masken angeschafft werden können. „So wie die Situation momentan ist, müssen die Eltern ihre Kinder zusätzlich ausstatten. Das geht nicht nur irgendwann ins Geld, das können auch gar nicht alle Elternhäuser leisten“, erklärt Goelzner, „und dann wird es eben unsicher.“ Außerdem geht er davon aus, dass die Maskenpflicht im Unterricht schnell wieder eingeführt wird: „Da müssen wir uns nichts vormachen. Das wird wiederkommen“, sagt er.

Antrag auf Zusatzbusse

Eine weitere Gefahrenquelle sei der Schulweg. „Da gibt es Bereiche vor der Schule, in denen sich die Schüler ohne Maske begegnen und auch umarmen“, erzählt der gelernte Sporttherapeut. „Und ein noch größeres Problem sind die überfüllten Busse am Morgen. Da müssen unbedingt Zusatzbusse eingesetzt werden, damit das Virus nicht an dieser Stelle übertragen werden kann.“ Er selbst appelliere an die Vernunft seiner Kinder, bei überfüllten Bussen dann eben auch mal einen später zu nehmen. Zur Zeit meiden sie diese komplett und fahren Fahrrad. „Aber der Herbst und Winter kommt und dann geht das auch nicht mehr“, sagt Goelzner. Auch hier werde die SSPL einen Antrag formulieren.

Seit wenigen Tagen können die Schulträger (also die Stadt Lünen) und Verkehrsunternehmen Zusatz-Busse beim Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO) beantragen. „Im Moment läuft eine Bedarfsanfrage der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU)“, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mit. „In der nächsten Woche wissen wir mehr.

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