Beim Kinofest Lünen erobert der junge Hauptdarsteller Claudio Magno die Herzen der Lüner

hz30. Kinofest Lünen

Claudio Magno (12) hat die Herzen der Lüner im Sturm erobert. Er spielt eine Hauptrolle in „Sterne über uns“, dem Eröffnungsfilm des 30. Lüner Kinofestes. Das war nicht sein erster Film.

Lünen

, 14.11.2019, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erstmal gibt es Popcorn und Nachos für den jungen Hauptdarsteller. Mutter Kathrin Magno hat ihren Sohn Claudio aus Köln nach Lünen begleitet und versorgt ihn jetzt in der Lounge der Cineworld. Der Zwölfjährige spielt im Eröffnungsfilm des 30. Kinofestes „Sterne über uns“ Ben, den Sohn der alleinerziehenden Melli.

Weil die Beiden aus ihrer Wohnung fliegen, campieren sie im Wald, in einem Zelt. Doch davon darf keiner etwas erfahren, schärft die Stewardess ihrem Sohn ein.

Junger Schauspieler setzte sich beim Casting durch

Schon beim ersten Casting für den Film von Christina Ebelt war Claudio mit dabei. „Ich dachte, ich müsste 200 Jungs casten, aber es ging dann doch schneller“, erzählt die Regisseurin in der Lounge der Cineworld.

Trotzdem dauerte es „sechs bis sieben Runden“, in denen noch einige andere junge Talente dabei waren. „Wir haben geschaut, wie sich die Jungs auf die verschiedenen Situationen einlassen, ob sie sich auch öffnen können“, so Christina Ebelt. Bei Claudio gefällt ihr „das zarte Verletzliche und dass er total Lust hatte, die Rolle zu spielen“.

„Sterne über uns“ ist nicht der erste Film des jungen Kölners. „Ich hab mit sechs Jahren angefangen.“ In Filmen wie „Hexe Lilli rettet Weihnachten“ oder „Versuch einer Wiederannäherung“ spielte er ebenso mit wie in Serienfolgen von „Alarm für Cobra 11“, „Soko Köln“ oder „Der Staatsanwalt“.

Nächsten Dreharbeiten laufen schon

Will er später als Schauspieler sein Geld verdienen? „Sicher bin ich mir da noch nicht“, meint er. Dabei dreht er derzeit schon wieder einen Kinofilm. „Brasch“ von Andreas Kleinert dreht sich um den Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker und Übersetzer Thomas Brasch, der nach der Ausbürgerung von Wolf Biermann die DDR verlassen hat. Für seine Rolle als „Ben“ in „Sterne über uns“ wurde Claudio beim Filmfest München als bester Nachwuchsdarsteller nominiert.

Dass ihm die Schauspielerei Spaß macht, zeigt sich auch daran, dass er fünf Wochen seiner Sommerferien für die Dreharbeiten „geopfert“ hat. „Wir hatten 25 Drehtage und mussten natürlich auch die ziemlich strengen Auflagen des Jugendschutzes einhalten. Aber Claudio war an jedem Drehtag dabei“, so die Regisseurin.

Beim Kinofest Lünen erobert der junge Hauptdarsteller Claudio Magno die Herzen der Lüner

Das Team des Eröffnungsfilms "Sterne über uns": Drehbuchautorin Franziska Krentzien (v.l.), Regisseurin Christina Ebelt, Hauptdarsteller Claudio Magno und Schauspielerin Nicole Johannhanwahr. © Günter Blaszczyk

Gedreht wurde in Claudios Heimatstadt Köln und der weiteren Umgebung. Der Wald, in dem Mutter und Sohn Zuflucht suchen, ist in Bergisch-Gladbach.

Text zu lernen, fällt dem aufgeweckten Schüler nicht schwer: „Ich lese mir das öfter durch und dann geht das.“ Wenn Anfragen kommen, schauen seine Eltern drüber und „meistens sind es coole Geschichten“, meint Mutter Kathrin.

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„Sterne über uns“ haben Claudio und seine Mutter zwar schon mehrmals bei Festivals gesehen, aber sie schauen sich auch in Lünen die Vorstellung an. Am liebsten sieht der Zwölfjährige im Kino Actionfilme.

Bei einer Szene musste die Schauspielerin weinen

Dass nicht nur Claudio seine Sache vor der Kamera gut gemacht hat, findet Drehbuchautorin Franziska Krentzien: „Alle Rollen, egal ob groß oder klein, sind gut besetzt, dadurch entsteht auch die Lebendigkeit des Films.“

Wie sehr die Geschichte von Ben und Melli auch die Beteiligten berührt hat, schildert Nicole Johannhanwahr, die die Jugendamts-Mitarbeiterin spielt. „Als wir die Szene drehten, in der ich den Jungen zu einer Pflegefamilie bringe und Melli dann zusammenbricht, bin ich um die Ecke gefahren und habe geheult.“

Der Hund, den sie in ihrer Rolle dabei hatte, ist das Tier von Nachbarn: „Ich hab ihn immer mal so einmal im Monat gesehen. Beim Drehen hab ich ihn aber zu meinem Hund gemacht und er hat auch richtig auf mich gehört und reagiert.“

Dann ist Zeit fürs Gruppenfoto vom Team und mit Ministerpräsident Laschet - bevor Claudio und seine Mutter sich den Film in Lünen ansehen.

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