Bemerkenswerte Antworten mit Gefahrenpotenzial

hzKommentar

Die CDU wittert auch in Lünen immer gleich eine Gefahr von links. Das ist gefährlich und lenkt von den eigentlichen Problemen ab, kommentiert Redakteur Marc Fröhling.

Lünen

, 13.02.2020, 13:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es ist bemerkenswert. Da lautet der Vorwurf an die CDU in Thüringen, sie habe in der Wahl des FDP-Ministerpräsidenten Kemmerich mit den Faschisten der AfD zusammengearbeitet. Und in der Stellungnahme des Lüner Fraktionschefs Tölle heißt es: „Es gibt keine Zusammenarbeit – nicht mit der AfD und nicht mit der Linken.“

Bemerkenswert, denn von den Linken war doch in diesem Zusammenhang erst einmal überhaupt nicht die Rede. Und doch scheint es vielen Christdemokraten ein Herzensbedürfnis zu sein, sich immer gleichzeitig auch von den Linken zu distanzieren.

Als wären die die Gefahr, als hätten Linke 2000 bis 2007 eine beispiellose Mordserie verübt. Als hätten Linke einen CDU(!)-Politiker hingerichtet. Als wären Linke für den deutlichen Großteil der politisch motivierten Straftaten verantwortlich.

All das jedoch gedeiht auf dem Boden des Rechtsextremismus, dem auch die AfD einen nahrhaften Mutterboden spendet. Beides zwanghaft gleichzusetzen, dämonisiert eine seit Jahren immer demokratischere Linke - und verharmlost gleichzeitig die Gefahr von rechts.

Gut ins Bild passt es da, dass Stadtverbands-Chef Langkau von einer CDU-Krise nichts wissen will und sich dann in Widersprüche verstrickt. Ein schärferer Blick auf die tatsächlichen Realitäten wäre in beiden Fällen dringend nötig.

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