Beschäftigtenzahl in Lünen ist auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren - aber es gibt Sorgen

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So viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigte hat es schon lange nicht mehr in Lünen gegeben. Das meldet die Wirtschaftsförderung. Und doch macht man sich dort ziemliche Sorgen.

Lünen

, 11.09.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frohe Kunde von der städtischen Wirtschaftsförderung: Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Lünen ist zum Stichtag 30. Juni 2018 auf 25.192 angestiegen. Das meldet die Wirtschaftsförderungszentrum Lünen GmbH und beruft sich dabei auf die Statistik des Landesbetriebs für Information und Technik NRW.

Seit 2008 ist die Zahl der Arbeitsplätze in Lünen deutlich gestiegen

Lang, lang ist es her, dass die Beschäftigtenzahl noch höher lag: Das war im Jahr 1977. Seit 2008 ist die Zahl der Arbeitsplätze in Lünen um 5.740 und damit rund 30 Prozent angestiegen. Von den 25.192 Arbeitsplätzen befinden sich 71 Prozent im Dienstleistungsgewerbe und 28 Prozent im produzierenden Gewerbe.

In den letzten zehn Jahren sei der Anteil der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe zwar von 32 auf 28 Prozent gefallen, aber der Anteil im Dienstleistungsbereich dafür von 67 auf 71 Prozent angestiegen, teilt die die Wirtschaftsförderung mit.

Prozentual weniger, aber die absolute Zahl ist gestiegen

„Der prozentuale Anteil der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe ist zwar rückläufig, absolut ist die Beschäftigtenzahl in diesem Sektor in den letzten zehn Jahren aber von 6.278 auf 7.171 gestiegen“, sagt Eric Swehla, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungszentrum Lünen GmbH. „Das produzierende Gewerbe ist wichtig für unsere Wirtschaftsstruktur, da es ein bedeutsamer Auftraggeber für die Dienstleistungsbranche ist. Und besonders erfreulich ist, dass Lünen von 2017 auf 2018 mit Abstand prozentual den höchsten Beschäftigungsanstieg im östlichen Ruhrgebiet verzeichnen konnte“, so der Wirtschaftsförderer weiter.

Denn: In diesem Zeitraum sind in Lünen die Arbeitsplätze um 6,85 Prozent angestiegen. Auf den weiteren Plätzen der Statistiker von IT NRW folgen Dortmund, Selm und Werne mit jeweils gut 3 Prozent Wachstum. „Es steht jedoch zu befürchten, dass mangels ausreichender Flächen der Erfolgsweg nicht weiter fortgesetzt werden kann“ bilanziert Wirtschaftsförderer Swehla und blickt deshalb eher pessimistisch in die Zukunft: „Wir sind praktisch blank“, sagt er.

Beschäftigtenzahl in Lünen ist auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren - aber es gibt Sorgen

Das Gewerbegebiet Im Berge Ost in Brambauer. Es gehört zu den Lüner Gewerbegebieten, in denen es noch ein wenig Platz gibt. © Goldstein

Lünen habe nur noch Platz in den Brambauer Gewerbegebieten Heidbruch, Lüntech, Achenbach und Im Berge-Ost. Insgesamt etwas mehr als drei Hektar, sagt Swehla. Aber: „Die Flächen seinen entweder bereits vergeben oder nur bedingt nutzbar, sagt der oberste Wirtschaftsförderer. Also gebe es faktisch nichts mehr. Und so schnell werde sich wohl auch nichts ändern: „In den letzten 15 Jahren ist leider nichts erschlossen worden“, klagt Swehla.

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