Mit einem Zaun wird der Zugang zum See auch in diesem Jahr abgesperrt. In den nächsten Tagen lässt die Stadt Lünen die Absperrung aufbauen. © Goldstein A)
Wasserqualität

Bestnote für Horstmarer See: Dennoch bleibt es beim Badeverbot

Nur für ein ausreichend hatte es zuletzt gereicht. Der Horstmarer See gehörte zu den Gewässern mit der mit Abstand schlechtesten Wasserqualität in NRW. Jetzt liegt eine neue Bewertung vor.

Ein Zaun hält die Menschen davon ab, im Horstmarer See zu schwimmen – kein allzu großer Verzicht beim aktuellen Schmuddelwetter. Und bei der bisherigen Wasserqualität. Das hat sich jetzt geändert.

Zuletzt waren die Aussichten im wahrsten Sinne trübe: Im landesweiten Vergleich erhielt der Horstmarer See bei der Bewertung seiner Wasserqualität nur die Note ausreichend und bildete damit weit abgeschlagen das Schlusslicht in NRW. Umso überraschender ist das neue Testergebnis.

Badestellen in NRW kriegen Bestnoten

Regelmäßig finden während der Badesaison Untersuchungen statt. In einer gemeinsamen Presseerklärung teilten Umweltministerium und Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW die Ergebnisse mit. Den Badegewässern des Landes attestieren sie für 2020 eine hohe Wasserqualität. Zwei von 108 Badestellen in NRW bekamen die Note „gut“, die restlichen 106 die Bewertung „ausgezeichnet“ – darunter fällt nun auch das einstige Schlusslicht: der Horstmarer See in Lünen.

Sonnenmilch und Kinderpipi können den See 2020 auch nicht verschmutzt haben. Die Stadt hatte die kostenlose Badeanstalt inklusive Sandstrand pünktlich zum ersten Corona-Sommer abgesperrt – allerdings nicht wegen der bedenklichen Wasserqualität. Bei gutem Wetter strömen pro Wochenende bis zu 15.000 Besucherinnen und Besucher in den Park, zum Großteil von außerhalb. Ausreichende Kontrollen der Kontaktverbote seien da kaum möglich – hieß es im Juli 2020. Und heißt es jetzt wieder.

Für die schlechte Wasserqualität waren aber auch schon in der Vergangenheit andere Gäste verantwortlich, die sich nicht so einfach aussperren lassen: vor allem Kanada-Gänse.

Deren Hinterlassenschaften im Wasser können Menschen gefährlich werden – zumindest, wenn sie kleine, offene Wunden haben oder Seewasser verschlucken. Deshalb hatte der Kreis Unna 2019 empfohlen, im stadteigenen Strandbad lieber nicht zu baden. Verboten war das allerdings nicht. Ob die Gänse sich die Kritik zu Herzen genommen haben? Fest steht: Zwei Jahre später ist die Wasserqualität ausgezeichnet, aber jetzt gibt es ein Badeverbot – wieder aus Gründen der Gesundheitsvorsorge. Dieses Mal gilt es nicht Darminfektionen zu verhindern, sondern eine Ansteckung mit Corona.

Dass sich das Seewasser zwischenzeitlich so erholen konnte, hat die Verantwortlichen überrascht. Zwar war die Probe vom Mai 2020 bereits unauffällig, aber das könne sich so schnell nicht in der Bewertung widerspiegeln, meinte Stadtsprecher Benedikt Spangardt vor einem Jahr. Frühestens in drei Jahren sei mit einem „ausgezeichnet“ zu rechnen, meinte er damals. Jetzt ist es schon 2021 so weit: Für den Horstmarer See gibt es eine Drei-Sterne-Bewertung.

Der Badespaß in dem ausgezeichneten Wasser bleibt dennoch weiter verboten.

Publikumsmagnet Horstmarer See ist eingezäunt

Eine Ansteckung mit Corona über den Wasserweg ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach aktuellem Kenntnisstand zwar nicht zu erwarten. Für die Sperrung des Badebereichs hatte sich die Stadt Lünen aber entschieden, weil Menschen sich am Strand und im Wasser zu nahe kommen könnten. Der Seepark selbst bleibt geöffnet. Und anders als 2020 ist das Sonnenbaden zurzeit erlaubt. Ein sogenanntes Niederlassungsverbot wie im Vorjahr gibt es vorerst nicht.

Angesichts der Alternative, den ganzen Park zu sperren, sei die Absperrung des Badebereichs in den Augen der Verwaltung das kleinere Übel, teilte die Stadtverwaltung mit. Weitere Maßnahmen behält sich die Stadt vor, falls das Absperren des Badebereichs nicht ausreicht.

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Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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