Binnenschifffahrt wichtiges Glied in der Logistikkette

LÜNEN Der Bereich Logistik ist mittlerweile zur drittgrößten Branche aufgestiegen und hat die größten Arbeitsplatzzuwächse. In der Logistikkette spielen Häfen und Wasserstraßen eine immer größere Rolle. „Und wir sehen dort noch erhebliche Ressourcen,“ erklärte Staatssekretär Günter Kozlowski gestern in Lünen.

von Von Dieter Hirsch

, 11.12.2007, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Binnenschifffahrt wichtiges Glied in der Logistikkette

Der Gütertransport auf dem Wasser ist besonders umeltverträglich.

Kozlowski muss es wissen. Er ist  Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium und sprach aus Anlass der Feier zum 60. Geburtstages der Arbeitsgemeinschaft Kanalhäfen NRW (AÖK)  im Hansesaal.

Zuwächse bei Kohle

Deutliche Zuwächse erwartet Kozlowski beim Transport von Kohle zum Beispiel zu Kraftwerksstandorten. „Wir werden verstärkt auf Importkohle angewiesen sein und die wird mit dem Schiff transportiert werden.“

Zuviel Transport auf der Straße

Kozlowski kritisierte, dass noch immer zu viele Güter per LKW transportiert würden, die besser mit der Bahn und/oder dem Schiff unterwegs wären. Ein Umdenken falle schwer. Deshalb sei es eine wichtige Aufgabe, Kunden von der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Schiff, Bahn und LKW zu überzeugen und nicht nur auf den LKW zu setzen. „Es ist genug für alle da“, so der Staatssekretär. Entscheidend sei, dem Kunden klar zu machen, was die optimalste Lösung für ihn sei.

An Logistik  hängen Arbeitsplätze

Eins sei klar: „Wenn die Logistik nicht mehr funktioniert, wird es auch keine industriellen Arbeitsplätze geben. Und dann haben wir ein Problem.“ Häfen, so der Staatssekretär weiter, müssten sich als Logistikdienstleister verstehen. Kozlowski äußerte sich zuversichtlich, dass die Mitglieder der Kanalhäfen NRW in den kommenden Jahren kräftig wachsen werden. „Die Landesregierung wird sie dabei unterstützen“, sagte er zu, appellierte aber auch an die Kommunen. „Gegen den Willen der Kommunen kann man nichts machen.“

Schifffahrt ist besonders umweltverträglich

Neben ihrer Bedeutung in der Logistikkette hob Kozlowski die Bedeutung der Wasserstraße als besonders umweltverträgliches Verkehrssystem hervor. Friedrich Weege, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kanalhäfen NRW, erklärte in seiner Festansprache zum 60. Geburtstag der AÖK dazu, dass der Anteil der Binnenschifffahrt an den so genannten externen Verkehrskosten nur 0,5 Prozent ausmachten.

Externe Verkehrskosten entstehen aus Unfällen, Lärm, Luftverschmutzung, Klimakosten, Natur- und Landschaftsschutz, vor- und nachgelagerten Prozessen und Kosten in städtischen Räumen. 2005 beliefen sich diese Kosten auf 80 Milliarden Euro.

Davon entfielen ca. 11 Milliarden Euro (14,5 Prozent) auf den LKW, 904 Mio. Euro (1,1, Prozent) auf die Bahn und 440 Mio. Euro (0,5 Prozent) auf das Binnenschiff. Umgerechnet auf eine Tonne pro Kilometer betrügen die Verkehrskosten beim LKW 38,90 Euro, bei der Güterbahn 9,50 Euro und beim Binnenschiff 6,90 Euro.

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