Brambauer 2030: So will die Initiative den Stadtteil - und ganz Lünen - weiter entwickeln

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Die Zukunftswerkstatt Brambauer 2030 will den Stadtteil stärker vernetzen. Dazu gibt es eine Idee, die für ganz Lünen interessant werden könnte. Problem: Das Ganze kostet eine Kleinigkeit.

Brambauer

, 08.08.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Februar war die Initiative „Brambauer 2030“ an den Start gegangen. Nach einer Bürgerversammlung kristallisierten sich die Themen heraus, die den Brambaueranern am dringendsten auf den Nägeln brennen - zum Beipsiel fehlende Sauberkeit, eine bessere Verkehrssituation und mehr Jugendangebote.

„Das haben wir der Stadt ja auch kurze Zeit später mitgeteilt“, erinnert sich Christoph Haumann, Geschäftsführer des Autohauses Trompeter und einer der „Brambauer 2030“-Initiatoren, an die Übergabe der Verbesserungsvorschläge bei Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns. Auch den Fraktionen lägen diese Vorschläge mittlerweile vor. „Irgendwie hätte ich ja gedacht, dass da schneller eine Reaktion kommt.“

„Wollen die nicht wissen, was wir uns gedacht haben?“

Andererseits sieht Haumann ein, dass in einer Verwaltung alles seinen vorgeschriebenen Gang gehen muss. „Als ich gehört habe, dass die Stadtspitze sich zusammensetzen und unsere Vorschläge erörtern möchte, habe ich mich allerdings schon gewundert.“ Denn die Zukunftswerkstatt habe niemand kontaktiert. „Wollen die nicht vielleicht wissen, was wir uns beispielsweise bei bestimten Dingen gedacht haben? Kein warum, wieso, weshalb?“

Brambauer 2030: So will die Initiative den Stadtteil - und ganz Lünen - weiter entwickeln

Christoph Haumann hofft auf positive Signale aus dem Lüner Rathaus. © Schnitzler (A)

Möglicherweise scheitere die Kommunikation auch daran, dass die Initiative nur schwer zu greifen ist. „Wir verstehen uns ja als Mittler zwischen Bürgern, Politik und Verwaltung“, sagt Christoph Haumann. „Brambauer 2030“ will sich in Zukunft einen rechtlichen Rahmen geben, der am Ende auch die Kommunikation erleichtern soll. „Wir haben uns dazu vor kurzem eine Bürgergenossenschaft in Bocholt angesehen.“ Ob es nun diese Modell wird, oder vielleicht doch ein Verein, stehe aber noch nicht fest. „Wichtig ist, dass wir weiterhin Ansprechpartner bleiben und sich danach die Abläufe vielleicht beschleunigen.“

Kommunikationsplattform für rund 10.000 Euro

Immerhin scheinen nun zumindest Beschlussvorlagen zu Entwicklung in Brambauer zu entstehen, und das werten Haumann und seine Mitstreiter durchaus als Erfolg. Dennoch wollen sie bei einem Thema auf die Tube drücken: „Unsere regelmäßigen Treffen am Donnerstag laufen mal mehr, mal weniger gut. Wir müssen hier mehr Leute erreichen.“ Das sei in Brambauer nicht immer ganz so einfach: „Vieles läuft über Mundpropaganda, aber auch die kriegt nicht jeder mit.“

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Also hat „Brambauer 2030“ einen Bürgerantrag gestellt, und zwar für die Anschaffung einer Kommunikationsplattform des Unternehmens „i-puk“ (das steht für „Interaktion Partizipation und Kommunikation“), die speziell für Quartiersentwicklungen ausgearbeitet wurde. „Den genauen Preis kenne ich nicht, aber inklusive dreijährigem Hosting wird uns das um die 10.000 Euro kosten“, schätzt Haumann.

Deutliche Hinweise auf die Mängelmelder-App

Der Bürgerantrag wurde an den Ausschuss für Stadtentwicklung verwiesen, der im September tagt. „Wir hoffen natürlich auf ein positives Ergebnis. Wenn das Projekt Erfolg hat, könnte es am Ende auf ganz Lünen ausgeweitet werden“, ist Christoph Haumann überzeugt.

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Bis es so weit ist, wollen die Mitstreiter von „Brambauer 2030“ noch stärker auf die Einwohner Eindruck machen. „Wir planen zum Beispiel Aushänge, die auf die Mängelmelder-App der Stadt Lünen hinweisen.“ Auch das sei vielen in Brambauer offenbar nicht bekannt. „Dabei kann man hier bequem und effektiv wilde Müllkippen melden und so für mehr Sauberkeit im Stadtbild sorgen.“

Bei allem Verbesserungpotenzial betont Haumann aber auch: „Es gibt unglaublich viele Dinge in Brambauer, die richtig gut funktionieren. Was fehlt, ist ein Netzwerk, um all das zusammenzubringen.“ Die Initiative will den Anfang machen, um dieses Problem endgültig zu lösen.

Am Samstag, 31. August, findet von 11 bis 15 Uhr die Stadtteilwerkstatt für Brambauer und Lippholthausen im Bürgerhaus an der Yorckstraße 19 statt. Veranstalter ist die Stadt Lünen, auf die Besucher warten Thementische rund um den Bereich „Wohnen“. Die Initiative „Brambauer 2030“ ruft alle Brambaueraner auf, sich an der Wekrstatt zu beteiligen.
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