Das Bild entstand währen der Löscharbeiten auf dem Hof Schulze Wethmar am Sonntag (16. Mai). Die Hofstelle wurde bereits vor mehr als 900 Jahren erstmals urkundlich genannt. © Goldstein
Feuerwehreinsatz

Brand auf Biolandhof Schulze Wethmar: Wie geht es jetzt weiter?

Nach dem folgenschweren Kaminbrand auf dem Hof Schulze Wethmar ist das 200 Jahre alte Fachwerkhaus unbewohnbar. Wie es mit dem Bioladen im Gebäude nebenan weitergeht, ist inzwischen geklärt.

Wenige Stunden, nachdem eine Brandwache der Lüner Feuerwehr den Biohof Schulze Wethmar am Montagmorgen (17. Mai) um 7 Uhr verlassen hat, ist dem Hausherren Vitus Schulze Wethmar „nicht wirklich nach reden“ zumute. Der Kaminbrand vom Vortag und die Löscharbeiten – vom späten Sonntagnachmittag bis gegen 21.30 Uhr abends – haben ihre Spuren hinterlassen.

Der vierfache Familienvater und Biolandwirt sitzt Montag gegen 12 Uhr schweigend mitten im Hof auf einer Holzbank, den Blick auf den Boden gerichtet. Der 40-Jährige wartet auf einen Mitarbeiter des Kreises Unna. Der Kreismitarbeiter wird darüber entscheiden, ob und wann der Biohofladen wieder öffnen darf und der Verkauf weitergehen kann. Die Nachfrage ist da.

Trotz einer mit weißer Kreide handbeschriebenen grünen Hinweistafel am Hofeingang, dass der Bioladen wegen eines Brandes „heute geschlossen“ ist, verirren sich am Tag eins nach dem Feuer einzelne Verbraucher auf dem Gelände um dann, nach einem kurzen Hinweis des Hausherren, unverrichteter Dinge und mit leerem Einkaufskorb wieder abzuziehen.

Dass es auf dem Hof gebrannt hat, ist Montagmittag auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Von außen weist nur wenig darauf hin, dass das im Jahre 1820 erbaute Fachwerk- und seitdem generationen-übergreifende Wohnhaus der Familie von innen komplett zerstört und für „längere Zeit“ (Schulze Wethmar) unbewohnbar ist.

Bioladen öffnet wieder

„Es grenzt schon an ein Wunder, dass der Bioladen unbeschadet davon gekommen ist“, sagt der Biolandwirt dann am Montagnachmittag im Telefonat mit unserer Redaktion. Der Kreismitarbeiter sei dagewesen und hätte grünes Licht gegeben, den Bioladen wieder zu öffnen:

„Wir werden den Laden nach einer Grundreinigung am Mittwoch (19. Mai, Anm. d. Red.) aufmachen..“ Mit dem Spargelverkauf würde es schon am Dienstag (18. Mai) weitergehen – „aber nur draußen an der frischen Luft“.

Die Frage, ob er sich darüber freut, stellt sich nicht – wenn man hört, wie Vitus Schulze Wethmar am anderen Ende der Leitung sagt:

„Seit 200 Jahren wohnt unsere Familie in dem Haus. Jetzt, da es von innen total zerstört ist, wird einem klar, dass man nur Mieter auf Zeit ist. Das tut alles schon sehr, sehr weh. Trotzdem sind wir einfach nur dankbar, dass vor allem den Kindern nichts passiert ist. Nicht auszudenken, wenn das in der Nacht passiert wäre und wir geschlafen hätten.“

Bis das alte Fachwerkhaus wieder bewohnbar ist, lebt die sechsköpfige Familie, drei Kinder gehen noch in den Kindergarten, eins in die Grundschule, nach Angaben des Familienvaters „bei den Eltern im Haus“ auf dem Hof: „Das wird richtig eng.“

Dank an Feuerwehr

An den Löscharbeiten waren in der Spitze 80 Einsatzkräfte der Löschzüge Lünen-Mitte, Nordlünen-Alstedde, Wethmar und Brambauer beteiligt. Den Feuerwehrfrauen und -männern zollte Vitus Schulze Wethmar besonderen Dank:

„Wir sind so glücklich, dass die Feuerwehr so schnell da war und noch Schlimmeres verhindert hat. Wir sind einfach nur dankbar für deren wunderbare Arbeit.“

Die Stadt Lünen machte derweil keine Angaben zur Brandursache: „Dafür zeichnen Experten der Kriminalpolizei verantwortlich.“

Öffnungszeiten:

  • Der Bioladen auf dem Hof Schulze Wethmar an der Straße Waldweg 3 in Lünen-Wethmar ist montags bis freitags von 9.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, samstags und sonntags (Spargelverkauf) von 9.30 Uhr bis 13 Uhr.
Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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