Bröckelnder Putz in Stadtkirche St. Georg: Kein Problem der Statik, sondern der Bauweise

Sanierung

Während der Christvesper bröckelte Putz aus dem Gewölbe der Stadtkirche. Jetzt haben Fachleute das Problem begutachtet: Schäden müssen saniert werden, die Kirche an sich ist aber stabil.

Lünen

, 22.01.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bröckelnder Putz in Stadtkirche St. Georg: Kein Problem der Statik, sondern der Bauweise

In Teilen des Gewölbes der Stadtkirche St. Georg sind Risse sichtbar. © Quiring-Lategahn

In die Besinnlichkeit von Heiligabend hatte sich Irritation gemischt: Plötzlich löste sich ein Stück Putz aus dem Gewölbe der evangelischen Stadtkirche St. Georg. Besucher suchten sich während der Christvesper andere Plätze.

Bröckelnder Putz in Stadtkirche St. Georg: Kein Problem der Statik, sondern der Bauweise

Die Stadtkirche gilt als das älteste erhaltene Bauwerk in Lünen. Jetzt muss wieder saniert werden. © Foto Blaszczyk

Inzwischen haben sich die Architektin des Kirchenkreises und ein Statiker den Schaden angesehen. Risse gibt es an mehreren Stellen des Deckengewölbes. „Es sind keine Schäden, die die Statik betreffen, sondern solche, die an Kirchen dieser Bauzeit normal auftreten“, nennt Pfarrer Udo Kytzia das Ergebnis des Ortstermin. Ein weiteres ist die Frage, wie man die Sanierung der Risse angeht. Denn sie seien baulich bedingt.

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Kytzia weist auf die Deckenschäden rechts und links der Orgel hin. Als die Kirche im 14. Jahrhundert errichtet wurde, habe man nicht über eine Trennung der Bauwerke nachgedacht. Turm und Kirchenschiff seien zusammengebaut worden. Da der Turm aber schwerer ist als das Schiff, setzt sich das Material und löst Risse aus. „Heute würde man Dehnungsfugen nutzen. Doch sie kann man nachträglich nicht einziehen“, so Kytzia.

Andere Risse im Gewölbe rühren daher, dass der untere Teil fester gemauert sei. Am Übergang löse sich Putz. Eine Firma werde sich jetzt den Schaden ansehen und klären, in welchem Rahmen saniert wird.

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