Caterpillar-Mitarbeiter in Lünen befürchten Werksschließung im kommenden Jahr

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Der Lüner Bergbauzulieferer Caterpillar steckt seit Jahren in der Krise. Daran habe sich trotz Sparmaßnahmen auch 2019 nichts geändert, sagen Mitarbeiter. Das Unternehmen hält sich bedeckt.

Lünen

, 26.11.2019, 16:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stimmung der rund 600 Caterpillar-Mitarbeiter am Standort Lünen ist einmal mehr im Keller. „Viele Kollegen sehen bereits, dass das Werk im nächsten Jahr geschlossen wird, die Auftragslage 2020 ist miserabel“, sagte ein Mitarbeiter im Gespräch mit unserer Redaktion:

„Für uns ist das ja nichts Neues, schade ist nur, dass wir so gut wie keine Informationen über die tatsächliche (Auftrags-) Lage bekommen. Weder von der Geschäftsführung, noch vom Betriebsrat.“

Betriebsratschef Andreas Unislawski erklärte auf Anfrage, dass er nicht bestätigen könne, dass die Auftragslage 2020 miserabel sei. Richtig sei natürlich, dass man um jeden Auftrag in einem schwierigen Marktumfeld kämpfe. Zur Zukunft des Werkes äußerte sich der Betriebsratsvorsitzende ebenfalls nicht. „Warten wir doch erstmal die Zahlen für 2019 ab.“

Ob die so gut ausfallen werden, darf zumindest bezweifelt werden. Weltweit hat der Baumaschinenhersteller und Bergbauzulieferer im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnerwartungen verfehlt und den Ausblick für 2019 gesenkt. Da dürfte Lünen keine Ausnahme machen.

Caterpillar: „Nehmen keine Änderungen in Lünen vor“

Dazu und zur Zukunft des Lüner Werkes an der Industriestraße teilte uns Caterpillar-Sprecher Erik de Leye (Brüssel) am Montag (25.11.) auf Anfrage schriftlich mit: „Wie wir in unserer Ergebnismitteilung für das dritte Quartal mitgeteilt haben, ergreifen wir an unseren weltweiten Standorten verschiedene Maßnahmen, um die Produktion an der Nachfrage auszurichten. Derzeit nehmen wir keine Änderungen an unserem Standort in Lünen vor und verfahren ‚Business as usual‘ (ganz normaler Betrieb, Anm.d.Red.).“

Weiter hieß es in der schriftlichen Antwort aus Brüssel: „Falls wir Änderungen am Standort, in der Produktion oder auf der Nachfrageseite erwarten, werden wir diese zuerst bei Bedarf mit dem Betriebsrat erörtern und mit unseren Mitarbeitern kommunizieren.“

30-Stunden-Regelung läuft aus

Zur Erinnerung: Seit Frühjahr dieses Jahres verzichten die Caterpillar-Mitarbeiter in der Lippestadt auf 400 bis 600 Euro monatlich. Grundlage ist eine nach zähem Ringen zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern vereinbarte Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden. Die Regelung gilt noch bis Ende dieses Jahres und sollte dem Erhalt von Arbeitsplätzen dienen.

Ob die Regelung auch 2020 gilt, dazu macht Caterpillar-Sprecher Erik de Leye keine Angaben. Wie unsere Redaktion aus Mitarbeiterkreisen erfuhr, fürchtet die Belegschaft, dass die Regelung deshalb nicht fortgeschrieben werde, um damit den Weg für betriebsbedingte Kündigungen frei zu machen.

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