Corona hat Auswirkungen auf Erste-Hilfe-Kurse in Lünen

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Wer Leben retten lernen will, braucht Geduld. Denn die Nachfrage nach Erste-Hilfe-Kursen ist größer als das Angebot. Das bekommen momentan auch Lüner Fahrschüler zu spüren.

Lünen

, 15.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus Gründen der Hygiene und Sicherheit war die Durchführungen von Erste-Hilfe-Kursen mit dem Beginn der Corona-Krise über das Frühjahr nicht möglich. Die gute Nachricht: Seit einigen Monaten finden Erste-Hilfe-Kurse wieder statt. Jedoch unter strengen Regeln und Richtlinien. „Es gibt Vorgaben seitens der Berufsgenossenschaft“, sagt Matthias Stiller, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Lünen, im Gespräch mit unserer Zeitung. Und wie sehen diese aus?

Die Vorgaben besagen unter anderem, dass jedem Teilnehmer etwa 4 und dem Trainer zehn Quadratmeter Luftraum zur Verfügung stehen muss. Dem DRK Lünen stehen verhältnismäßig große Räumlichkeiten zur Verfügung, deshalb können hier auch zu Zeiten von Corona auf rund 90 Quadratmetern bis zu 20 Teilnehmer an den Kursangeboten teilnehmen. Das ist jedoch nicht immer so.

Man musste die Teilnehmerzahlen „stark dezimieren“

Das zeigt sich im Gespräch mit Martin Vollmer, Sprecher des Lüner Regionalverbands der Johanniter. Der musste die Teilnehmerzahlen „stark dezimieren“. Bis zu elf Personen können momentan durchschnittlich an den Erste-Hilfe-Kursen teilnehmen, die der Verband anbietet.

Dadurch kommt es zum Beispiel für Fahrschüler, die alle einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren müssen, momentan zu Wartezeiten, die bis zu dreimal so lange ausfallen können wie früher. „Manchmal sogar bis zu vier Wochen“, sagt Herbert Weyer. Weyer gehört zur gleichnamigen Fahrschule Weyer und spricht als zweiter Unterbezirksleiter des Fahrlehrerverbands für den Bezirk Lünen. Vor Corona hätten seine Fahrschüler oft binnen einer Woche einen Kurstermin erhalten.

Etwas, das auch Stiller bestätigt. Am Dienstag (13.10.) teilte er mit: „Stand heute sind bis Ende November alle Kurse ausgebucht.“ Jedoch bezieht sich das auf das gesamte Angebot an Erste-Hilfe-Kursen. Warum weitet das DRK Lünen die Kurse dann nicht aus und vergrößert das Angebot? Das sei nicht möglich, da auch im Frühjahr alle Firmenschulungen ausgefallen sind und nun nachgeholt werden. Sprich: Es gibt nicht genügen Trainer, um der Nachfrage nachzukommen.

Der Unterricht ist momentan „sehr Theorie orientiert“

Außerdem sei der Unterricht nun sehr an der Theorie orientiert, teilt Stiller mit. Praktische Übungen wie Mund-zu-Mund-Beatmung würden momentan laut ihm, aber auch laut Vollmer, nicht wie bislang an Puppen durchgeführt. Stattdessen sei der Mund-Nase-Schutz laut Stiller durchgängig zu tragen, Essen und Trinken sei verboten, und es müsse regelmäßig gelüftet werden. Laut Vollmer alle 45 Minuten mindestens 15 Minuten lang.

Vollmer lobt: Die Kursteilnehmer seien „sehr diszipliniert“. Sie würden sich sehr genau an die Regeln halten und verhältnismäßig gut mit der aktuellen Situation zurechtkommen.

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