Corona-Krise bremst Auto-Boom: Zulassung nur über Händler und Dienste

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Für das erste Quartal 2020 zählt die Kreisverwaltung so viele zugelassene Fahrzeuge wie nie zuvor. Die Corona-Krise hat den Boom aber jäh gestoppt und die Zulassung verändert.

Lünen

, 26.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Auto-Boom kam vor der Krise: Ende März waren kreisweit 312.792 Fahrzeuge zugelassen. Das sind rund 500 mehr als im Quartal zuvor (312.290). In Lünen gab es 58.274 zugelassene Fahrzeuge: 46.771 PKW, 2372 LKW und 3955 Krafträder - und damit 51 Fahrzeuge mehr als im vierten Quartal 2019. Elektrofahrzeuge wurden für Lünen 149, Elektrokennzeichen 175 gezählt.

Dabei zeigen die Lüner mittels ihrer Nummernschilder eine große Lokalverbundenheit: Seit Einführung der lokalen Kennzeichen im Jahr 2012 ist die Zahl der LÜN-Nummernschilder stetig gestiegen. In der Statistik der Zulassungsstelle des Kreises tauchen für das jüngste Quartal 28.482 Fahrzeuge auf, die mit „LÜN“ unterwegs sind. „Darunter sind allerdings auch einige Selmer und Bergkamener, die wahrscheinlich früher mal in Lünen gewohnt haben und so ihre Lokalverbundenheit ausdrücken wollen“, weiß Pressesprecherin Birgit Kalle. Lüner, die mit UN-Kennzeichen unterwegs sind, gibt es 30.463.

Zulassungsstelle für Privatkunden geschlossen

Allerdings dürfte der Trend zu mehr Neuzulassungen mit Einführung der Corona-Schutzmaßnahmen eine kräftige Delle bekommen haben. Seit Schließung der Kreisverwaltung am 18. März ist die Abmeldung von Fahrzeugen nur noch über den Postweg möglich. Dafür können Anträge, Formulare und die Kennzeichen per Post an die Zulassungsstelle geschickt werden. Neuzulassungen hingegen laufen seither über die Händler.

Zahlen für die vergangenen fünf Wochen sind seitens des Kreishauses zwar noch nicht abrufbar, Mathias Müller, Verkaufsleiter im Autohaus Schmidt berichtet aber: „Durch die Schließung unseres Autohauses in den vergangenen Wochen haben wir überwiegend nur noch schon vorbestellte Fahrzeuge zulassen lassen und ausgeliefert. Neugeschäfte nach Terminvereinbarung gab es so gut wie keine. Insgesamt gab es deutlich weniger Auslieferungen von Fahrzeugen.“

Darüber hinaus habe es ja einen Produktionstopp von Neuwagen gegeben, so dass auch die nicht im gewohnten Umfang verfügbar waren. „Seit Wieder-Öffnung des Hauses gibt es jetzt ein bisschen Bewegung, aber es muss sich entwickeln“, sagt Müller. Neuzulassungen werden, auch schon vor Corona, von einem Zulassungsdienst übernommen.

Zulauf von Privatkunden

Für das Autohaus Schmidt übernimmt das Stefan Thiele aus Olfen. Auch er sagt: „Neuzulassungen über die Autohäuser gab es in den vergangenen Wochen ganz wenige. Allerdings kommen immer mehr Privatleute, hier hab es einen enormen Zuwachs, während vor Corona nur ganz selten mal eine Privatperson meinen Service in Anspruch genommen hat.“

Innerhalb der vergangenen vier Wochen habe er etwa 120 KFZ-Zulassungen für Privatpersonen übernommen. „Dafür müssen die Kunden einen Termin vereinbaren, zu mir ins Büro kommen, ihre Papiere mitbringen und eine Vollmacht unterschreiben. Ich bringe die Tasche mit den Unterlagen dann morgens zur Zulassungsstelle und kann mittags die fertigen Zulassungen mitbringen“, erzählt Thiele.

Lünen liegt über bundesweiten Trend

Auch Bruno Schuster, Geschäftsbereichsleiter der Zulassungsdienste der bundesweit tätigen Kroschke GmbH, die auch einen Sitz in Lünen hat, sagt: „Während die Zulassungsaufträge von Autohäusern stark zurückgehen wachsen die Anfragen von Privatkunden sprunghaft. Im Gesamtbundesgebiet ist der Anteil der Aufträge von Privatkunden um 30 Prozent gestiegen, in Lünen sogar um 80 Prozent.“

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