Corona-Lockerungen: So können Lüner Fitnessstudios Montag wieder öffnen

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Fitnessstudios dürfen in NRW ab Montag ihre Türen wieder öffnen. Scharfe Hygienemaßnahmen müssen eingehalten werden. Das Fitness Center Liedtke hat einen Vorteil gegenüber anderen.

Lünen

, 09.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Nordrhein-Westfalen öffnen die Fitnessstudios ab Montag, 11. Mai, nach fast zwei Monaten wieder. Das Konzept für die Hygienemaßnahmen lag den Studios allerdings erst in der Nacht zu Samstag vor. Bleiben noch zwei Tage, sich auf die Wiedereröffnung vorzubereiten.

Unter anderem müssen pro Person sieben Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen, Kunden mit Atemwegsinfektion ist der Zutritt untersagt, Besucher müssen sich in eine Gästeliste eintragen, Duschen sowie Saunen dürfen nicht genutzt werden und die Fitnessgeräte brauchen einen Mindestabstand von drei Metern. Handschuhe und Mundschutz müssen die Kunden nicht tragen.

Keine große Herausforderung für das Fitness Center Liedtke

Das Fitness Center Liedtke habe schon vor der Veröffentlichung Maßnahmen getroffen, sagt Inhaber Uwe Liedtke. Unter anderem sei der Tresen mit einem Plexiglas geschützt, es gebe bereits Schilder zur Markierung für den Mindestabstand und die Geräte seien auch schon ausgemessen worden.

Allerdings sei Liedtke von zwei statt drei Metern Mindestabstand für die Geräte ausgegangen. Das müsse jetzt noch einmal neu geordnet werden.

Gegenüber anderen großen Fitnessstudios hat das Liedtke-Studio jedoch einen entscheidenden Vorteil: Es ist mit insgesamt nicht einmal 300 Kunden und 600 Quadratmetern Trainingsfläche klein genug, um die Übersicht zu behalten. Das weiß auch der Inhaber: „Für uns wird es gemütlich weiterlaufen“.

Laut Verordnung dürfen nun noch 85 Personen gleichzeitig trainieren. In Stoßzeiten habe der Studiobesitzer allerdings gerade Mal 30 Kunden. Zusätzlich zu der Trainingsfläche gebe es noch einen großen Kursraum. Mit Einhaltung des Mindestabstands können diese ab Montag wieder durchgeführt werden.

Inhaber betreut Profi-Tennisspieler Jan-Lennard Struff

Die Eröffnung wird für Uwe Liedtke also keine große Herausforderung. Trotzdem hat der 50-Jährige zu kämpfen: mit starken Umsatzverlusten. Und das liege nicht einmal an fehlenden Mitgliedsbeiträgen. Denn die würden laut ihm überwiegend weiterhin gezahlt. Gerade Mal zwei Fälle habe es bisher gegeben, in denen weitere Beiträge verweigert wurden.

Die Verluste seien besonders dem fehlenden Verkauf von unter anderem Shakes an der Theke sowie dem wegfallenden Geschäft durch die Physiotherapie und Personaltraining zuzurechnen. Unter anderem habe Liedtke sogar den Profi-Tennisspieler Jan-Lennard Struff betreut, der in der Weltrangliste auf Platz 34 ist. Der Inhaber nehme in den letzten zwei Monaten nur noch die Hälfte ein.

Ab Montag werde der Betrieb für Mitglieder des Fitness Centers Liedtke weiterlaufen. Die Vorfreude ist groß: Mehrfach habe Liedtke Briefe in der Zeit der Schließung erhalten, in denen die Kunden ihre Sehnsucht zum Sport mitteilten.

Sportcenter Brambauer hat mit strengeren Maßnahmen gerechnet

Auch das Sportcenter Brambauer öffnet am Montag. Das größte Fitnessstudio in Lünen hat mit etwa 4000 Quadratmetern Fläche jedoch deutlich mehr zu tun als das Fitness Center Liedtke, um die Hygienemaßnahmen umzusetzen. Gleichzeitig dürfen laut Verordnung 571 Kunden trainieren. Mitglieder gebe es allerdings fast 1000, so die Mitarbeiterin Aneta Ruzok.

Doch auch das Fitnessstudio habe sich bereits seit langer Zeit auf die Eröffnung vorbereitet. Unter anderem seien die Kardiogeräte auf die Tennisplätze verschoben worden. Die Verordnung hat die 29-jährige Mitarbeiterin des Sportcenters nicht überrascht: „Wir haben sogar damit gerechnet, dass alle Kunden Mundschutz und Handschuhe tragen müssen.“ Da das Fitnessstudio bereits die meisten Maßnahmen getroffen habe, stehe der Eröffnung am Montag nichts mehr im Weg.

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