Corona-Virus: Marienhospital ist vorbereitet, Gymnasium Altlünen beobachtet Situation

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Nach den ersten Corona-Fällen in NRW trifft man auch in Lünen Vorbereitungen - wie am St.-Marien-Hospital. Das Virus könnte auch Auswirkungen auf eine Tradition am Gymnasium Altlünen haben.

Lünen

, 26.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums Altlünen hat vom 5. bis 13. März eine Ski-Freizeit geplant. Das Ziel, so wie seit rund 20 Jahren am Gymnasium Altlünen üblich: Südtirol. Nachdem sowohl in Südtirol als auch im angrenzenden Norditalien das Corona-Virus nachgewiesen wurde, haben offenbar aber einige Eltern Bauchschmerzen.

Zumindest befasst man sich am Gymnasium mit einer möglichen Absage der Fahrt - allerdings nur für den Fall, dass es eine allgemeine Reisewarnung für Südtirol gibt. Anonsten, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion, soll die Fahrt wie geplant stattfinden.

Das Gymnasium Altlünen hat wie jedes Jahr eine Ski-Freizeit in Südtirol geplant.

Das Gymnasium Altlünen hat wie jedes Jahr eine Ski-Freizeit in Südtirol geplant. © Quiring-Lategahn (A)

Man wolle die Situation natürlich weiter beobachten. Rund 80 Schüler wären von einer Absage betroffen - im Fall einer allgemeinen Reisewarnung greift die Versicherung und erstattet die bereits gezahlten Kosten.

Spezielle Therapie gibt es noch nicht

Im Kreis Heinsberg ist derweil der erste Corona-Fall in NRW aufgetreten. „Der Mann ist mit einer schweren Lungenentzündung zum Arzt gegangen und hatte wohl auch schon eine Vorerkrankung“, sagt Dr. Michael Funke vom Lüner Ärzteverein auf Anfrage. Käme ein Patient in seine Praxis mit diesen Symptomen „würde ich ihn mit großer Wahrscheinlichkeit sofort ins Krankenhaus einweisen und nicht erst auf das Ergebnis eines Abstrichs warten.“

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Stationär würde der Patient dann isoliert und behandelt. Der Abstrich für den Schnelltest auf Corona oder Grippe würde im Krankenhaus erfolgen. „Der Patient würde dann - wie bei einer Lungenentzündung üblich - beatmet. Eine spezielle Therapie für den Corona-Virus gibt es noch nicht“, so Funke.

Käme ein junger Mensch mit gutem Immunsystem, der nachgewiesen an keinem Ort war, an dem der Corona-Virus aufgetreten ist, würde Funke den Abstrich für den Schnelltest direkt in seiner Praxis machen.

Marienhospital: Grippe ist derzeit schlimmer

Im St.-Marien-Hospital ist man darauf vorbereitet, neben Grippe-Patienten auch Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind, zu behandeln. „Wobei derzeit die Grippe deutschlandweit weitaus gefährlicher ist“, so Verwaltungschef Axel Weinand.

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Laut dem Robert-Koch-Institiut sind seit Herbst in der Bundesrepublik 79.263 Menschen an Grippe erkrankt, rund zwei Drittel davon zwischen 27. Januar und 14. Februar. Über 13.000 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt. 130 Erkrankte sind in Deutschland an den Folgen der Grippe gestorben. „Beide Virus-Erkrankungen sind besonders für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich,“ so Weinand. Derzeit gebe es Grippe-Patienten, die entsprechend isoliert und behandelt werden. So würde man dann auch im Fall von Corona-Infektionen handeln.

Weinand: „Wir haben einen Hygieneplan, nach dem wir Schutzmaßnahmen durchführen. Aber eben auch schon bei Grippe.“ Verdachtsfälle würden zunächst einmal auf der Isolierstation behandelt. Wenn sich ein Verdacht auf Corona bestätige, entscheide man in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden des Kreises Unna, wie man weiter verfahre. „Das hängt auch vom Gesundheitszustand des Patienten ab.“

Krankenhaus voll einsatzfähig

Unter Umständen würde er - mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen - in eine Einrichtung verlegt, die hinsichtlich Isolation besser ausgestattet sei als das St.-Marien-Hospital. Weinand: „Davon gibt es aber nur wenige in NRW.“ Eine davon ist die Uniklinik Münster, die über ein Institut für Tropenmedizin verfüge.

Das Personal des Lüner Klinikums habe auch vor zwei Jahren bei der großen Grippewelle frühzeitig reagiert: „Wir haben den Mund-Nasen-Schutz rechtzeitig vorgeschrieben und so im Hause nur wenige Erkrankungen gehabt. Unser Krankenhaus war immer voll einsatzfähig.“

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