Corona-Zentrum in Lünen: 130 Tests, ein Patient kam sofort in Klinik

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Mit klassischen Corona-Symptomen musste ein Patient des neuen Covid-Behandlungszentrums am Dienstag (14.4.) sofort ins Krankenhaus. Seit der Eröffnung wurden dort 130 Menschen getestet.

Lünen

, 14.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Patienten sind froh, dass man ihnen hilft“, sagt Dr. Ulrich Hüning. Er ist ärztlicher Leiter des Covid-Behandlungszentrums der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), das seit Montag (6. April) an der Altstadtstraße 23 die Corona-Verdachtsfälle versorgt.

130 Menschen sind dort (Stand Dienstagmorgen, 14.4.) bisher getestet worden, die meisten von ihnen an den Feiertagen. Nur wenige seien ohne die verpflichtende vorherige Anmeldung erschienen. Zwei wären mit Magen-Darm-Infekt an der falschen Adresse gewesen, berichtet Hüning.

Im Großen und Ganzen liefe es ganz gut, abgesehen von einigen Computerproblemen. „Die Patienten sind vorsichtig“, ist seine Erfahrung. Die meisten Testergebnisse seien bisher negativ gewesen, fünf allerdings waren positiv.

Das Behandlungszentrum der Kassenärztlichen Vereinigung ersetzt seit Donnerstag (9. April) die Teststelle des Gesundheitsamtes an der Viktoriastraße.

Alle Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion oder mit Atemwegsbeschwerden und fieberhaften Erkältungssymptomen werden außerhalb der Praxen der niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzte jetzt im ehemaligen Aktivium am St.-Marien-Hospital versorgt.

So sollen mögliche Ansteckungsrisiken verringert werden. Hüning berichtet, dass die Einrichtung im Moment gut mit Schutzausrüstung ausgestattet sei.

Dr. Ulrich Hüning ist als Leiter kurzfristig eingesprungen, weil die KVWL jemanden für Lünen suchte. Er hat selbst eine hausärztliche Praxis 400 Meter entfernt. „Mit dem Fahrrad ist der Dienstweg kurz. Ich muss aber auch nicht die ganze Zeit da sein“, sagt Hüning. Denn das Covid-Behandlungszentrum ist täglich von 10 bis 16 Uhr mit einem Arzt und zwei Medizinischen Fachangestellten besetzt.

Die Patienten können dort nicht einfach so vorbeikommen. Sie müssen über den Haus- oder Facharzt nach einer Telefon- bzw. Videosprechstunde per Fax zur weiteren Behandlung im COVID19-Behandlungszentrum angemeldet werden.

Auch das Gesundheitsamt, der ärztliche Notfalldienst oder Krankenhausambulanzen können Patienten zuweisen. Nach der Anmeldung durch den Arzt erhalten die Patienten einen zeitnahen Termin per SMS oder Telefonanruf.

In dem Behandlungszentrum werden die Schwere der Infektion und der Behandlungsbedarf möglicher Begleiterkrankungen eingeschätzt. Auch die Ausstellung von Rezepten, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder eine stationäre Einweisung ist möglich.

Die bisherige medizinische Versorgung mit Arzneimitteln erfolgt weiterhin durch den behandelnden Haus- oder Facharzt. Schlangen hätten sich vor den Behandlungsräumen noch nicht gebildet, nur einmal, als eine Großfamilie kam, sei es voller gewesen.

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