Coronafall in St. Norbert: Weitere Bewohner getestet, Caritas in Sorge

hzCoronavirus

Im Caritas-Altenzentrum St. Norbert ist eine Bewohnerin nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert. Caritasspitze und Heimleitung sind besorgt um Bewohner und Mitarbeiter.

Nordlünen

, 03.04.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Tag nach Bekanntwerden des ersten Corona-Falls im Caritas-Altenzentrum St. Nobert in Nordlünen wurden in der Pflegeeinrichtung am Freitag (3. April) weitere Stichproben von den Bewohnern genommen. Das erklärten Caritasverband und Kreis Unna auf Anfrage unserer Redaktion.

Wie viele der 120 Altenheim-Bewohner getestet wurden, dazu machten weder Caritas noch Kreis am Freitag Angaben:

Wie gestern mitgeteilt, finden seit heute Morgen die ärztlichen Untersuchungen statt und dabei sind auch gezielte Testungen geplant. Eine Zahl kann ich derzeit nicht nennen“, sagte eine Kreissprecherin vormittags.

Ähnlich äußerte sich der Caritasverband: „Mehrere Ärzte des Gesundheitsamtes waren heute im Haus und haben zahlreiche Stichproben genommen“, sagte ein Verbandssprecher nachmittags.

Altenzentrum zählt 120 Bewohner

Von den 120 Bewohnern wurden vergangene Woche zehn Personen auf das Corona-Virus hin getestet. Alle Testergebnisse waren den Angaben zufolge negativ. Wobei Caritasverband und Kreis Unna zunächst unterschiedliche Angaben zu der Zahl der getesteten Personen gemacht hatten.

Jetzt lesen

Wie sich nun am Donnerstag herausgestellt hat, ist eine Bewohnerin mit dem besonders für ältere Menschen gefährlichen Virus infiziert.

„Das Ergebnis der Testung aus der vergangenen Woche bei der betroffenen Dame war negativ. Aufgrund von Corona-typischen Symptomen ist die Frau erneut getestet worden. Dieser Test war nun positiv“, erklärte der Caritas-Sprecher am Freitag. Anfang der Woche hatte es noch geheißen, ein Testergebnis sei nicht „einwandfrei“ ausgefallen.

Corona-Tests unwirksam?

Tags zuvor hatte die Kreissprecherin dazu gesagt: „Dies bestätigt die bereits zuvor gemachte Erfahrung, dass der Test keine 100-prozentige Sicherheit bietet.“ Weitere Angaben zur Aussagefähigkeit von Corona-Tests machte die Sprecherin nicht. Unbeantwortet blieb am Freitag auch die Frage, ob der Kreis mit weiteren Infizierten rechnet. „Wir spekulieren nicht so gerne“, hieß es.

„Und welche speziellen Vorsichtsmaßnahmen werden jetzt vor Ort gegen eine Ausweitung des Virus getroffen?“ Diese Frage unserer Redaktion beantwortete die Kreissprecherin so:

„Das hängt von den Ergebnissen der Untersuchungen ab. Die vor einer Woche Getesteten sind seitdem bereits streng isoliert - da ja unklar war, wie die Befunde lauten würden.“

In Sorge um Bewohner

Derweil sorgen sich Caritasspitze und Heimleitung „sehr“ um die Gesundheit „unserer Bewohner und Mitarbeiter“. Schriftlich teilte uns der Verband weiter mit, dass „wir mit Bekanntwerden des Corona-Virus in Deutschland unsere Vorsichts- und Hygienemaßnahmen massiv hochgefahren und zum Beispiel schon seit Langem Zutrittsverbote in unserem Haus umgesetzt (haben).“

Zur Aussage von Kanzleramtsminister Helge Braun in einer ZDF-Talkrunde am Donnerstagabend (2. April), es gebe nichts Gefährlicheres, als dass das Corona-Virus in einer Pflegeeinrichtung auftaucht, nahm der Verband wie folgt Stellung:

„Wir sind uns der Verantwortung für die uns anvertrauten Menschen ganz besonders bewusst und gehen natürlich mit der Situation mit größtmöglicher Achtsamkeit um.“ Weiter hieß es, dass das Haus unter Quarantäne stehe und die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Bewohner angewandt würden.

In der Mitteilung steht auch, dass die Mitarbeiter besorgt seien:

„Wir tun in der jetzigen Situation alles dafür, unsere Bewohner und Mitarbeiter zu schützen. Wir bemühen uns derzeit nach Kräften, auch alle Angehörigen zu informieren.“

Lesen Sie jetzt