Der Schwarzlohn-Prozess gegen ein Ehepaar aus Lünen muss erneut pausieren. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Coronainfektion: Schwarzlohn-Prozess gegen Lüner Paar muss pausieren

Der Schwarzlohn-Prozess gegen ein Paar aus Lünen ist erneut unterbrochen worden. Einer der Verteidiger hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Prozess geht frühestens am 19. Mai weiter.

Das Coronavirus hat den Prozess um mutmaßlich millionenschwere Schwarzlohn-Betrügereien durch ein Ehepaar aus Lünen und einen mitangeklagten Bauunternehmer jetzt schon zum zweiten Mal ausgebremst. Nach einer mehrwöchigen Prozesspause wegen der damals rasant ansteigenden Infektionszahlen zum Jahreswechsel ist nun ein Prozessbeteiligter unmittelbar selbst betroffen: Ein Verteidiger hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Die Richter der 6. Wirtschaftsstrafkammer haben nun vorsorglich erst einmal sämtliche geplanten Fortsetzungstermine auf Eis gelegt. Stand jetzt könnte es am 19. Mai womöglich weitergehen. Alles hängt aber von der Genesung des Rechtsanwalts ab.

Vorwurf des Millionenbetrugs

Die Angeklagten aus Lünen sollen gemeinsam mit dem mitangeklagten Ex-Chef einer Wittener Baufirma von 2014 bis 2017 ein illegales Schwarzlohn-System eingerichtet haben. Die Anklage beziffert den Sozialversicherungs- und Steuerschaden auf insgesamt rund 3,1 Millionen Euro. Der Mann aus Lünen war formell in der Firma Arbeitnehmer, soll tatsächlich jedoch gleichberechtigt mit dem Chef die Geschäfte gelenkt haben, so die Anklage. Um die Lohnzahlungen in bar zu verschleiern, sollen von der angeklagten Frau aus Lünen handschriftliche Scheinrechnungsvorlagen erstellt worden sein. In Wirklichkeit soll diesen „Fake-Rechnungen“ aber nie eine Gegenleistung zugrunde gelegen haben.

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