Coronavirus: Apotheken dürfen wieder selbst Desinfektionsmittel herstellen

EU-Verordnung gelockert

Seit 2016 war die Herstellung von Desinfektionsmitteln durch Apotheken eingeschränkt. Doch aufgrund der Corona-Epidemie ist es ihnen nun wieder erlaubt. Auch Lüner Apotheken ziehen mit.

Lünen

, 08.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nicht nur in der Glückauf-Apotheke in Brambauer werden nun wieder Desinfektionsmittel selbst hergestellt.

Nicht nur in der Glückauf-Apotheke in Brambauer werden nun wieder Desinfektionsmittel selbst hergestellt. © Glückauf-Apotheke

Als Grund für die Einschränkung der apothekeneigenen Herstellung von Desinfektionsmitteln nennt Dr. Susanne Streich von der Glückauf-Apotheke in Brambauer die EU-Biozid-Verordnung von 2016. Deren Regeln wurde nun durch den Vormarsch des Coronavirus gelockert.

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„Jetzt erfolgt die Rezeptur nach der Empfehlung der Welt-Gesundheitsorganisation, die deren gute Wirksamkeit gegen das Coronavirus geprüft hat“, so Dr. Streich. Die Herstellung sei alles andere als trivial – nicht auch zuletzt wegen der Entzündbarkeit der Ausgangsstoffe: „Jetzt bewährt sich, dass jede Apotheke ein vollfunktionsfähiges Labor haben muss.“

Die Glückauf-Apotheke hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 100 Flaschen Desinfektionsmittel hergestellt. Vor allem Arztpraxen, Pflegeheime und Krankenhäuser sind auf diese Mittel angewiesen - „nicht nur in Zeiten von Corona“, wie Dr. Streich bemerkt.

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Die „SARS-CoV-2“ oder „Einfacher Corona-2–Infektion“ ist eine fieberhafte Viruserkrankung der oberen Atemwege. Übertragen wird der Virus durch winzige Tröpfchen in der Atemluft, zum Beispiel beim Niesen oder Husten. Anzeichen sind meist Fieber mit Atemnot, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen sowie ein trockener Reizhusten. Die Corona2–Infektion ist bisher bei den deutschen Fällen meist harmlos verlaufen.

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