Coronavirus: Lüner Modeladen muss nach geplatzter Eröffnung umdenken

hzLüner City

Blumen im Laden und neue Mode an Puppen: Die Eröffnung des Street-One-Cecil-Stores in der Lüner City war vorbereitet. Dazu kam es nicht wegen „Corona“. Doch die Chefin bleibt zuversichtlich.

Lünen

, 01.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollten die drei Mitarbeiterinnen in dem neuen Street-One-Cecil-Laden an der Lange Straße 22 Vollgas geben. Alles war modern und frisch renoviert, die neue Frühjahrskollektion schon in weiten Teilen eingeräumt. Am 19. März sollte an der Fußgängerzone in dem Ladenlokal, in dem vorher Mc Paper war, Eröffnung gefeiert werden. Doch dann verfügte die Landesregierung die Schließung der Läden wegen der Coronakrise. Statt Vollgas stand bei den Verkäuferinnen Kurzarbeit an - noch bevor in dem Geschäft überhaupt eine Kundin begrüßt werden konnte. Ein wirtschaftlicher Tiefschlag.

Der neue Street-One-Cecil-Laden an der Lange Straße 22: Hinter den Kulissen wird an der Zukunft gearbeitet.

Der neue Street-One-Cecil-Laden an der Lange Straße 22: Hinter den Kulissen wird an der Zukunft gearbeitet. © Goldstein

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Doch Inhaberin Daniela Große Kleimann lässt sich nicht unterkriegen. „Es sollte noch März-Ware kommen, die Lieferung konnte ich stoppen“, berichtet sie. Und weil ihr die Lieferanten super entgegengekommen seien, habe sie die April-Ware stornieren können. Für alle Street-One-Cecil-Händler sei beschlossen worden, eine komplette Kollektion wegfallen zu lassen. „Das hilft uns natürlich sehr. Ein dickes Lob an die Lieferanten“, so Daniela Große Kleimann. Sie hofft, mit der Mai-Kollektion durchstarten zu können. „Dann sind wir wieder topaktuell.“

Modisch aktuell: Der neue Street-One-Cecil-Laden.

Modisch aktuell: Der neue Street-One-Cecil-Laden. © Große Kleimann

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Mit ihren drei Teilzeit-Beschäftigten stehe sie in telefonischem Kontakt. Sie hätten in der kurzen Zeit der Einarbeitung einen so tollen Eindruck hinterlassen, dass „wir weiter auf sie bauen.“ Die vergangenen anderthalb Wochen habe man viel für die Zukunft getan. „Ich bin sehr optimistisch.“ Allerdings nur dann, wenn die Phase nicht bis weit in den Sommer dauere. Für die erfahrene Einzelhändlerin, die auch Geschäfte in Soest, Anröchte und Wadersloh betreibt, sei das Glas eher halb voll als halb leer. „Wir haben auch gute Jahre gehabt und deshalb den Atem, das aushalten zu können.“

Dass die Kundinnen in Lünen bereits neugierig sind, zeigten Nachfragen bei den Mitarbeiterinnen. „Sie werden schon gefragt, ob sie etwas besorgen könnten.“ Noch allerdings sind die Schaufenster des etwa 100 Quadratmeter großen Modegeschäftes verklebt. Innen hat sich aber viel getan. Um die Verkaufsfläche zu vergrößern, wurden zwei Umkleidekabinen in die hinteren Räume verlegt. Lichttechnik, Parkett statt Fliesen und eine neue Heizungs- und Klimaanlage sorgen mit modernem Ladenbau für Wohlfühlatmosphäre.

Minus von 20 Prozent eingeplant

Trotz aller Zuversicht geht die Chefin aber in ihrer Planung davon aus, dass ihr Corona ein Minus von 20 Prozent bescheren wird. Jetzt hofft sie, dass die Kundinnen nach der Lockerung der Maßnahmen auch in Kauflaune sind und Lust auf neue Mode haben.

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