Corona-Vergleich: So verschieden trifft die zweite Welle die Städte im Kreis Unna

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Die zweite Welle der Pandemie ist da. So viel ist sicher. Doch sie trifft nicht alle Kommunen im Kreis Unna gleich hart. Ein Vergleich mit interaktiven Karten.

Kreis Unna

, 24.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen wird mehr und mehr deutlich: Mit dem beginnenden Herbst spitzt sich die Pandemielage im Kreis Unna wie auch bundesweit wieder zu; allerdings sind nicht alle Städte und Gemeinden gleichermaßen betroffen.

RKI: Kreis Unna auf Platz 32 von 412 im Corona-Ranking

Auf Platz 32 von insgesamt 412 Städten und Landkreisen führte das Robert-Koch-Institut (RKI) den Kreis Unna am Freitag in seinem bundesweiten Ranking der seit März aufsummierten Fälle; inmitten von Nordrhein-Westfalen gelegen, wo die 7-Tages-Inzidenz deutlich über dem bundesweiten Durchschnittswert liegt, zählt auch der Kreis Unna zu den stärker betroffenen Regionen in Deutschland.

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Dass die 7-Tages-Inzidenz für den Kreis Unna – also die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – in dieser Woche den markanten Wert von 100 überschritten hat, spricht eine deutliche Sprache. Allerdings entwickelt sich die Pandemie in den zehn Städten und Gemeinden des Kreises Unna durchaus unterschiedlich. In acht Kommunen stand die Corona-Ampel auf Basis der jüngsten vom Gesundheitsamt des Kreises Unna gemeldeten Zahlen am Freitag auf Rot; nur in Holzwickede und Fröndenberg nicht.

Die Unterschiede könnten deutlicher kaum sein: Während die 7-Tages-Inzidenz für Lünen am Freitag bei fast 200 lag, errechnete sich für Fröndenberg nach fünf Neuinfektionen seit dem 17. Oktober ein Wert von 24,1.

Coronavirus: Größte Stadt am stärksten betroffen im Kreis Unna

Es liegt auf der Hand: Städte wie Lünen werden schon der Bevölkerungsdichte wegen leichter zu Corona-Hotspots, als ländlichere Regionen. Dass mit der Gemeinde Bönen die mit rund 18.000 Einwohnern zweitkleinste Gemeinde auf Platz 3 des kreisweiten Inzidenzrankings steht, zeigt aber auch: Die Pandemie ist auch im ländlichen Raum ernst zu nehmen.

Über 7400 Menschen kommen jeden Tag von außerhalb in die Gemeinde Bönen, um dort zu arbeiten. Die meisten kommen aus Hamm, Dortmund und Unna.

Über 7400 Menschen kommen jeden Tag von außerhalb in die Gemeinde Bönen, um dort zu arbeiten. Die meisten kommen aus Hamm, Dortmund und Unna. © www.pendleratlas.nrw.de

Im Falle von Bönen etwa könnten die Pendlerströme eine Erklärung für das Pandemiegeschehen sein. Laut Pendleratlas NRW kommen jeden Tag über 7400 Menschen etwa aus Dortmund, Hamm und Unna nach Bönen, um dort zu arbeiten – auf der anderen Seite gibt es auch über 6400 Auspendler, die in anderen Städten arbeiten. Wenn Ballungsräume also Viren-Hochburgen sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Pendler das Virus mit in ländliche Regionen einschleppen. Mit der Gemeinde Holzwickede gibt es aber auch ein Gegenbeispiel im Kreis Unna: Spitzenreiter in der landesweiten Pendlerstatistik, aber derzeit nicht außergewöhnlich stark von der Pandemie betroffen.

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