Darum kam Schauspieler Armin Rohde mit zwei Fotokameras zum Dreh in die Cineworld

hzLüner Kinofest

Da staunten die Besucher der Lüner Cineworld am Mittwochabend nicht schlecht - plötzlich liefen im Foyer Dreharbeiten. Mit Schauspieler Armin Rohde. Und der hatte selbst zwei Kameras dabei.

Lünen

, 20.09.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittwochabend, kurz vor 19 Uhr im oberen Foyer der Lüner Cineworld. Sven Ilgner, stellvertretender Kinofestleiter, ist Lichtdouble. Für Schauspieler Armin Rohde („Schnitzel für drei“, „Der bewegte Mann“).

Der ist da noch auf dem Weg von Bochum nach Lünen, um das neue Ende des Kinofest-Werbetrailers zu drehen, zum 30. Kinofest. Die anderen Szenen des Trailers mit Lüner Komparsen in bekannten deutschen Filmen waren 2018 erstmals zu sehen.

Kinofestleiter Mike Wiedemann hat den beliebten Darsteller abgeholt. Als sie noch unterwegs sind, baut das Team von Regisseur Henning Ricke (Lumatik-Filmproduktion) schon mal Kamera und Beleuchtung auf. Auch Maskenbildnerin Lisa Schmermer ist schon da. Währenddessen staunen die Besucher des Kinos, die sich mit Popcorn und Nachos eindecken, über diese Szenerie.

Erinnerungen an eine besondere USA-Reise

Dann kommt Armin Rohde - mit gleich zwei Fotokameras in der Hand. „Seitdem ich vor zwei Jahren mit dem Rauchen aufgehört hab, muss ich immer was in der Hand haben“, erzählt er.

Und ein wenig amüsiert: „Mit meinen 64 Jahren gelte ich als Shootingstar der Fotoszene.“ Ausstellungen mit seinen Fotos gab es bereits in Düsseldorf und Berlin. Möglicherweise landen auch einige Fotos, die an diesem Abend in Lünen entstehen, irgendwann in einer Ausstellung.

Dabei hat Rohde schon Ende der 1970er-Jahre fotografiert. „Damals war ich in den USA, hatte genau acht Filme mit je 36 Aufnahmen dabei, die waren damals echt teuer.“ Dann traf er ein Hippie-Pärchen aus Montreal, freundete sich ein wenig mit den Beiden an.

Was der liebe Gott mit ihm vorhatte

Was offenbar ein Fehler war: „Am nächsten Morgen waren meine komplette Kamera-Ausrüstung und alle Filme weg. Stattdessen fand ich eine Postkarte mit den Worten ,Sorry, we are Kleptomaniacs from Montreal.`“ Immerhin hatten sich die „Kleptomanen“ aus Kanada fürs Stehlen entschuldigt.

„Jedenfalls dachte ich nach diesem Erlebnis, vielleicht will mir der liebe Gott sagen, Rohde probiere was anderes.“ Und das tat er dann auch und wurde Schauspieler.

Jetzt betritt Anna Komzin, Mitarbeiterin von Pro Lünen, die Szenerie. Sie hat eine - im wahrsten Sinne des Wortes - tragende Rolle beim neuen Trailer-Ende. „Wir sollten uns da mal bekannt machen. Ich bin der Armin“, meint Rohde.

Darum kam Schauspieler Armin Rohde mit zwei Fotokameras zum Dreh in die Cineworld

Anna Komzin, Mitarbeiterin von Pro Lünen, (r.) hat im neuen Trailerende eine tragende Rolle. Hier mit Maskenbildnerin Lisa Schmermer. © Günter Blaszczyk

Die Maskenbildnerin schnappt sich den Schauspieler und die Beiden gehen in einen Raum abseits des Foyers.

Dann reicht Regisseur Ricke dem Schauspieler seinen kurzen Text. Den will Rohde gleich in mehreren Varianten präsentieren. Sein „Kostüm“ ist ein grauer Hausmeisterkittel, seine Requisiten Putzmittel.

Cineworld-Mitarbeiter Ralf Möllenhoff hat die Musik abgedreht. Damit nichts die Dreharbeiten stört. Die Klappe kommt digital vom Tablet. Dann ist Rohde in seinem Element.

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Dreharbeiten mit Armin Rohde für Kinofesttrailer

Schauspieler Armin Rohde kam am Mittwochabend in die Lüner Cineworld. Er stellte allerdings keinen neuen Film vor, sondern drehte - ein neues Ende für den Trailer des Lüner Kinofestes.
19.09.2019
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Auf Wunsch des Schauspielers gab es noch ein Gruppenfoto mit den Teams vom Film und des Kinofestes.© Günter Blaszczyk
Regisseur Henning Ricke (2.v.l.) mit seinem Team und Schauspieler Armin Rohde.© Günter Blaszczyk
Anna Komzin, Mitarbeiterin von Pro Lünen, (r.) hat im neuen Trailerende eine tragende Rolle. Hier mit Maskenbildnerin Lisa Schmermer.© Günter Blaszczyk
SchauspielerArmin Rohde vor der Cineworld.© Günter Blaszczyk
Immer, wenn er gerade nicht vor der Kamera stand, griff Armin Rohde selbst zur Fotokamera.© Günter Blaszczyk
Armin Rohde gilt in der Fotografen-Szene als Shootingstar, was den Schauspieler durchaus auch amüsiert.© Günter Blaszczyk
Armin Rohde schaut sich das Ergebnis mit dem Team auf dem Bildschirm an.© Günter Blaszczyk
Maskenbildnerin Lisa Schmermer sorgte für entsprechendes Film-Make-up bei Armin Rohde.© Günter Blaszczyk
Kinofestleiter Mike Wiedemann (l.) hatte Armin Rohde aus Bochum abgeholt. Vor der Cineworld wurden beide von Kinofest-Gästebetreuerin Urte von Hundt begrüßt.© Günter Blaszczyk
Armin Rohde im Kittel mit Putz-Requisit und Regisseur Henning Ricke.© Günter Blaszczyk
Uuuuuund bitteeeee - Armin Rohde in Aktion.© Günter Blaszczyk
Armin Rohde brauchte als "Kostüm" nur einen grauen Kittel.© Günter Blaszczyk
Regisseur Henning Ricke (2.v.l.) und ein Teammitglied besprechen mit Anna Komzin und Armin Rohde (r.) die Szene.© Günter Blaszczyk
Auch die Klappe ist beim Film heute digital auf dem Tablet.© Günter Blaszczyk
Armin Rohde spielt im neuen Trailer-Ende einen Hausmeister im Kittel.© Günter Blaszczyk

Wie oft er den Satz in die Kamera spricht, zählt niemand mit. „Ihr sollt ja was zum Aussuchen haben“, meint er. Und wird gestoppt. Denn plötzlich fliegt Rettungshubschrauber Christoph 8 über das Kino.

Dann brummt plötzlich ein Lush-Eis-Gerät an der Theke. Die Mitarbeiterin schaltet es aus. „Nein, nicht das Licht ausschalten“, meint jemand aus der Filmcrew.

Damit es nicht brummt, muss noch ein zusätzlicher Scheinwerfer montiert werden.

Dann geht es weiter.

Drei Kinobesucherinnen, deren Film erst später anfängt, schauen sich das Ganze an, fotografieren mit dem Handy: „Damit haben wir nicht gerechnet.“. Bislang haben sie noch nichts vom Kinofest gehört. Das dürfte sich an diesem Abend dank des kurzweiligen Drehs geändert haben.

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