Darum kümmert sich die größte „Schule“ Lünens nicht um Mathematik, Bio oder Englisch

hzViele Pläne

Mit 2386 Schülern ist sie die größte „Schule“ Lünens. Insgesamt 16.518 Unterrichtsstunden wurden dort 2018 erteilt. Aber Fächer wie Englisch, Mathe, Bio werden an diesem Ort nicht gelehrt.

Lünen

, 22.09.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die meisten Schüler gibt es in der Altersgruppe der Sechs- bis 15-Jährigen, aber es gibt auch 24 Schüler, die schon älter als 61 Jahre sind. Die Rede ist von der Lüner Musikschule, die mit ihren aktuellen Schülerzahlen sogar das Lippe Berufskolleg überholt.

„Wir möchten aber noch mehr Menschen zum Musizieren anregen“, so die stellvertretende Musikschulleiterin Sabine Patschinsky am Mittwochabend im Ausschuss für Bildung und Sport. Deshalb plant die Musikschule auch, die Kooperationen mit Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen und anderen Institutionen auszubauen. Bei den Schulen gibt es schon einige erfolgreiche Kooperationen. Bei den Kitas erst eine. Hier ist noch viel Luft nach oben.

Angebote auch für „Best Ager“ geplant

Bei den Plänen für die Zukunft habe man auch den demographischen Wandel im Kopf, nach dem im Jahr 2030 35 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein werde. Man wolle verstärkt auch die „Best Agers“ ab 50 mit Angeboten ansprechen.

Unterrichtet werden die Lüner Musikschüler - gleich welchen Alters - von zwölf hauptamtlichen Lehrkräften und 32 Honorarkräften. Patschinsky: „Die Honorarkräfte hatten 2018 mit 8346 Unterrichtsstunden etwas mehr als die Hälfte der Stunden.“

Der Dank von Sabine Patschinsky galt den beiden Gymnasien, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und der Ludwig-Uhland-Realschule, die den Musikschülern und -Lehrern nach dem Brand im Lükaz Asyl gewähren.

Ensembles waren mal Alleinstellungsmerkmal

Mit 63 Prozent spielt der sogenannte Kernbereich die Hauptrolle im Unterricht. Dazu gehören die elementare Musik- und musikalische Früherziehung sowie Instrumental- und Gesangsunterricht und Studienvorbereitung. 20 Prozent der Arbeit findet in Kooperation mit Grundschulen statt, zwölf Prozent zusammen mit weiterführenden Schulen.

Nur noch fünf Prozent gehören den Ensembles, die vor einigen Jahren noch wichtige Alleinstellungsmerkmale der Lüner Musikschule waren. Dazu gehören derzeit zwei „Orchester Kunterbunt“, die „klingende Grundschule“, „Happy Strings“, die „Jazzubis“, „Francelli“ (Cellisten), das sinfonische Bläserensemble, die Big Band und die Bands „Juke Box“ und „Joyride“.

Orchester dank Kooperation mit Stein-Gymnasium

Patschinsky bedauert: „Es fehlen die Streicher, auch weil in diesem Bereich hauptamtliche Kräfte fehlen.“ Hier zahlt sich die Zusammenarbeit mit dem „Freiherr-vom-Stein-Gymnasium“ aus, denn so wurde ein Jugendsinfonieorchester möglich.

Auch vier Chöre gibt es derzeit - einen Kinderchor, einen Jugendchor, die „Schapp-O-klax“ mit erwachsenen Sängern und seit kurzem auch einen türkischen Frauenchor.

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