Das Colani-Ufo spielt eine Rolle im Lünen-Krimi von Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann

hzMord am Hellweg

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass eine Bestsellerautorin zu Gast in Lünen ist. Krimi-Autorin Elisabeth Herrmann war im Colani-Ufo zu Besuch. Mit einem besonderen Auftrag.

Brambauer

, 19.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lünen gefällt Elisabeth Herrmann eigentlich ganz gut. Obwohl die Bestseller-Autorin auch noch Ideen hätte, wie man die Stadt noch schöner gestalten könnte. „Rund um die Persiluhr könnte man doch noch Cafés und nette kleine Geschäfte ansiedeln“, meinte die Autorin der Krimi-Reihe um Joachim Vernau, aus der einige Bücher vom ZDF mit Jan Josef Liefers verfilmt wurden.

Sie mag inhabergeführte Geschäfte, nicht das in jeder Stadt gleiche Angebot von Filialisten. „Ich kaufe meine Kleidung immer in den Städten, in denen ich bei Lesungen zu Gast bin. Aber immer in kleinen Boutiquen, die sich Mühe geben.“ So eine hat die 60-Jährige auch in Lünen an der Goldstraße entdeckt.

Allerdings wird sie wohl in ihrer neuen Krimi-Kurzgeschichte keine Rolle spielen. Dafür aber das Colani-Ufo in Brambauer. Betriebsleiter Carsten Balzer ermöglichte den Besuch und informierte auch über die 25-jährige Geschichte des Ufos auf dem ehemaligen Zechengelände von Achenbach 4.

24 Autoren sind mit Geschichten vertreten

Von Donnerstagnachmittag (16.1.) bis Samstagmorgen (18.1.) war Elisabeth Herrmann auf Recherche in Lünen. Vor allem in Brambauer, denn dort - soviel sei schon verraten - wird die zwölfseitige Krimigeschichte hauptsächlich spielen.

Erscheinen wird sie im Herbst in der zehnten Anthologie von „Mord am Hellweg“. 24 Autoren sind diesmal dabei - nationale und internationale Krimi-Schriftsteller. Sie alle wurden von den Organisatoren des größten europäischen Krimi-Festivals angefragt. „Als ich ganz am Anfang meiner Karriere war, habe ich immer gedacht, da würdest du gerne mal mitmachen“, verriet Elisabeth Herrmann.

Nun ist sie schon zum dritten Mal als Autorin einer Kurzgeschichte dabei, die in einer der am Festival beteiligten Städte spielt. Ihre ersten beiden „Mord am Hellweg“-Geschichten spielten in Ahlen und Gelsenkirchen.

Das Colani-Ufo spielt eine Rolle im Lünen-Krimi von Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann

In den Design-Sesseln oben im Ufo trafen sich (v.l.) David Zolda (Kulturüro Lünen), Betriebsleiter Carsten Balzer, Autorin Elisabeth Herrmann und Sina Ziegler vom Organisationsteam des Festivals "Mord am Hellweg". © Beate Rottgardt

Von Lünen ist sie begeistert: „Das war ein Hauptgewinn für mich, nach Lünen zu kommen.“ Das hört auch David Zolda vom Kulturbüro gerne, der die Autorin bei ihrem Aufenthalt begleitet. Er zeigte ihr Brambauer, war aber auch in der Innenstadt mit ihr unterwegs. Und natürlich auf ein Bier im Brauhaus. Am Freitagabend erlebte die Autorin auch noch ein klassisches Konzert im Hansesaal. „Ich finde Lünen ist eine charmante Stadt mit einer hübschen kleinen Altstadt, wobei ich da noch ein paar kleine Geschäfte vermisse.“

Mindestens ein Mord muss in der Geschichte vorkommen

Klar war nach wenigen Stunden - die Geschichte wird rund ums Ufo spielen, eine junge Frau soll die Hauptrolle übernehmen. „Ich weiß aber noch nicht, ob es eine Ermittler-Geschichte wird oder eine Beschreibung eines Mordes aus Mördersicht.“

Bis Ende März muss sie fertig sein. Bedingung der Festival-Organisatoren, so Sina Ziegler vom Organisationsbüro: „Die Geschichten müssen zwölf Seiten lang sein, es muss mindestens ein Mord vorkommen und der Name der Stadt muss im Titel genannt werden.“

Das Colani-Ufo spielt eine Rolle im Lünen-Krimi von Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann

Vor dem Ufo in Brambauer: (v.l.) Sina Ziegler (Festival Mord am Hellweg), Autorin Elisabeth Herrmann und David Zolda (Kulturbüro). © Beate Rottgardt

Im Laufe der bislang neun Festivals gab es in den Anthologien 220 Geschichten und etwa 530 Todesfälle. Diesmal gibt es nicht - wie in den vergangenen Jahren - ein Motto für die Autoren. Also mehr Freiheiten für Elisabeth Herrmann und ihre Kollegen wie Volker Kutscher, Andreas Gruber, Gisa Pauly oder Friedrich Ani.

Während des Festivals gibt es für Elisabeth Herrmann ein Wiedersehen mit Lünen und der Hellweg-Region. In Lünen wird sie ihre Kurzgeschichte bei einer Lesung präsentieren. Möglicherweise auch in einem Lüntec-Gebäude.

Zudem ist sie Jurorin beim von Sebastian Fitzek initiierten „Viktor-Crime-Award“ und auch bei einer Fachtagung zur Ästhetik des Kriminalromans als Autorin dabei. Derzeit arbeitet sie an einem Jugend-Krimi mit dem Titel „Wanderseelen“, der im Norden Norwegens spielt.

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