Das hat der Bauverein auf der ehemaligen Mercedes-Fläche in der Lüner City vor

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Wie es aussieht, geht die Ex-Mercedes-Fläche in absehbarer Zeit in das Eigentum des Bauvereins zu Lünen über. Und der hat ganz genaue Vorstellungen davon, wie die Fläche in Zukunft aussieht.

Lünen

, 21.08.2019, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch gehört dem Bauverein zu Lünen die ehemalige Mercedes-Fläche in der City nicht. Aber wenn das erst einmal der Fall ist, dann will das Lüner Wohnungsbau-Unternehmen die Fläche schnellstmöglich entwickeln. Das erklärte Andreas Zaremba, Chef des Bauvereins, am Mittwoch (21.) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Ein noch zu erstellendes Verkehrswertgutachten dient den Vertragsparteien als Absicherung des Millionen-Geschäfts, bei dem bewusst auf einen Investoren-Wettbewerb verzichtet wird. Mit dem Gutachten soll u.a. sichergestellt werden, dass die Stadt dem Bauverein die rund 10.000 Quadratmeter große Fläche an der Kreuzung Viktoriastraße/Kurt-Schumacher-Straße nicht unter Marktwert verkauft. „Unser Angebot liegt mit Sicherheit darüber“, sagte Bauvereins-Vorstand Georg Siebert.

Das hat der Bauverein auf der ehemaligen Mercedes-Fläche in der Lüner City vor

Haben mit der ehemaligen Mercedes-Fläche Großes vor (v.l.n.r.): Bauverein-Chef Andreas Zaremba, Prokurist Carsten Unterberg und Architekt Thorsten Rehder vor einem Mini-Modell des Planungsentwurfes. © Storks

Bauverein investiert 27 Millionen Euro

Nach früheren Angaben von Lünens Wirtschaftsförderer Eric Swehla zahlt der Bauverein der Stadt einen niedrigen siebenstelligen Betrag für das Grundstück. Zaremba machte dazu am Mittwoch keine Angaben.

Außer, dass der Bauverein für die Entwicklung der Fläche inklusive des Grundstückskaufs rund 27 Millionen Euro in die Hand nimmt.

Zum Vergleich: Den Umbau des ehemaligen Hertie-Hauses zu einem Wohn- und Geschäftshaus im Herzen der City ließ sich der Bauverein seinerzeit rund 14 Millionen Euro kosten.

Wie berichtet, hat der Stadtrat den Weg für den Verkauf der früheren Mercedes-Fläche an den Bauverein am Donnerstag (15. August) in geheimer Sitzung frei gemacht. Gegen die Stimmen der FDP-Fraktion stimmte das Gremium mehrheitlich dafür.

„Abrissarbeiten über die Jahreswende“

Vorausgesetzt, es kommt im September zum Vertragsabschluss, dann sollen nach Angaben des Bauvereins die „Abrissarbeiten über die Jahreswende 2019/2020“ beginnen. Anschließend muss das notwendige Baurecht geschaffen werden.

Andreas Zaremba und Georg Siebert zeigten sich Mittwoch optimistisch, dass das Bebauungsplan-Verfahren bis Ende 2020 abgeschlossen sein wird und es dann mit dem Bau losgehen kann. Ende 2022 könnte dann die frühere Mercedes-Fläche in neuem Glanz erstrahlen.

Das hat der Bauverein auf der ehemaligen Mercedes-Fläche in der Lüner City vor

Carsten Unterberg vom Bauverein bei der Präsentation des Entwurfes: Mit der Hand zeigt der Prokurist auf das große Wasserbecken im „Innenhof“ des Gebäudekomplexes. © Storks

Der vorläufige Entwurf des Bauvereins sieht den Bau von 50 Mietwohnungen und einer gewerblichen Einheit mit einer Nutzfläche von 3300 Quadratmetern (brutto) vor. Die Wohnungsgrößen bewegen sich zwischen 59 und 100 Quadratmetern und sind den Angaben zufolge für 1- bis 3-Personenhaushalte gedacht. Die 50 Wohnungen verteilen sich auf fünf dreigeschossige Gebäude, die in „Anlehnung an die vorhandene alte Stadtstruktur kleingliedrig gestaltet sind“ - in Form von Reihenhäusern.

Das hat der Bauverein auf der ehemaligen Mercedes-Fläche in der Lüner City vor

Blick auf den Innenbereich des geplanten Wohn- und Geschäftskomplexes von der Lange Straße aus. © Drews

Bei der Ausrichtung der Wohngebäude, sagte Thorsten Rehder, Geschäftsführer der Lüner Architekten SFW GmbH, werde der Straßenverlauf der Kurt-Schumacher-Straße aufgenommen, sodass ein Innenhof erzeugt wird, der nicht nur schalltechnisch Ruhe ausstrahle.

„Wohnen am Wasser“ inbegriffen

Kernstück des Innenbereichs bildet nach Angaben von Carsten Unterberg, Technischer Prokurist des Bauvereins, eine große Wasserfläche auf der Tiefgaragendecke: „Stichwort Wohnen am Wasser.“

Alle Wohngebäude sind auch über die Tiefgarage zu erreichen, alle Häuser verfügen über einen Aufzug, sind barrierefrei gestaltet. Jede Wohnung hat einen Balkon oder eine Terrasse.

Der Quadratmeterpreis für die Wohnungen soll unter zehn Euro liegen. Ziel des Bauvereins sei es, dass einige Wohnungen öffentlich gefördert werden.

Das neben den Wohneinheiten geplante Gewerbeobjekt soll im unmittelbaren Kreuzungsbereich entstehen. Die geplante Nutzung sehe unter anderem eine Mischung von Büro- und Einzelhandelsflächen vor.

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