Das sagt der ADFC zur geplanten Fahrradstraße in der Lüner Innenstadt

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Die Münsterstraße soll im Bereich der Fußgängerzone zu einer Fahrradstraße werden - so lautet der Plan der Verwaltung. Das gefällt nicht jedem, dem ADFC Lünen hingegen schon.

Lünen

, 17.09.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Verwaltung möchte Fahrradstraßen in der Münster- und der Graf-Adolf-Straße einrichten. Die Politik steht dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber, merkte aber auch an, dass im Bereich der südlichen Münsterstraße der Schwächere - der Fußgänger - in diesem Fall auch rechtlich benachteiligt würde.

Der ADFC Lünen sieht diesen Bereich der Fußgängerzone hingegen unkritisch: „Die Fahrbahn ist hier sehr deutlich markiert, und es fahren zudem noch Busse, die ebenfalls die Aufmerksamkeit der Menschen fordern, die zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs sind“, so ADFC-Sprecher Hans-Jürgen Heidenreich auf Anfrage.

Baustelle am Tobiaspark ist ein Problem

Auch der Bereich für die Fußgänger sei hier breit genug, problematisch werde es hingegen in Höre der Baustelle am Tobiaspark: „Hier ist es für Radfahrer und Fußgänger momentan oft zu eng, weil sie keinen Platz haben, sich aus dem Weg zu gehen. Ich denke aber, dass sich diese Situation entschärft wenn die Bauarbeiten dort beendet sind.“

Grundsätzlich habe er kein Problem damit, dass Radfahrer und Fußgänger die gleichen Wege nutzen: „Diese Lösung hat sich über 25 Jahre bewährt, warum sollte man da jetzt etwas ändern?“, fragt Heidenreich.

Mehr gefährliche Situationen zwischen Rad- und Autofahrern

„Natürlich gibt es immer Leute, die keine Rücksicht nehmen, sowohl auf Seiten der Radfahrer, als auch der Fußgänger“, weiß auch Heidenreich. Er unterstützt deshalb die Aussage des Technischen Beigeordneten Arnold Reeker, wonach das Prinzip der „gegenseitigen Rücksichtnahme“ wieder stärker ins Bewusstsein rücken müsse: „Das ist unbedingt notwendig für einen sicheren Straßenverkehr.“

Allerdings betont der Sprecher des ADFC, dass es „sehr viel mehr gefährliche Stuationen zwischen Radfahrern und Autofahrern“ gäbe, als zwischen Radfahrern und Fußgängern. „Natürlich ist der Fußgänger immer der schwächste Verkehrsteilnehmer, auf den besonders zu achten ist - der aber eben auch selbst aufpassen muss.“

Plan umsetzen und verbessern

Lünen sei als Gründungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte“ (AGFS) außerdem an einem friedlichen Zusammenleben von Radfahrern und Fußgängern interessiert. Heidenreich fordert deshalb, den Plan nicht nur in die Tat umzusetzen, sondern ihn später, falls nötig, zu verbessern.

,,Wenn es doch zu Unfällen durch zu schnelle Radfahrer kommt, könnte die Stadt immer noch reagieren, indem sie durch Markierungen zum langsam Fahren ermahnt, oder Querbalken setzt.“ Solche Bodenschwellen würden auch den Autoverkehr verlangsamen. „Bei Radfahrern klappt das genauso gut.“

Ein weiterer Sprecher des ADFC Lünen, Reinhard Koch, weilt derzeit im Urlaub. Er ließ der Redaktion folgendes Statement zukommen: „Endlich bezieht die Verwaltung Stellung und setzt dem ständigen Gepöbel zwischen Fußgängern und Radfahrern ein Ende - lange schon überfällig.“
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