Das sind die Top-Five-Aufreger der Verbraucherzentrale aus dem Jahr 2018

hzVerbraucher-Ärger

Die Verbraucherzentrale Lünen war auch im Jahr 2018 Anlaufstelle bei Problemthemen. Viele Verbraucher nutzten die Beratungsstelle, wenn sie sich selbst nicht mehr helfen konnten.

Lünen

, 05.06.2019, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2018 hatte die Verbraucherzentrale Lünen 6995 Anfragen. Das teilte sie im Rahmen der Vorstellung des Jahresberichts am Dienstag (4. Juni) mit. Die häufigsten Verbraucherprobleme in Lünen waren zu den Themen Energie (10 Prozent), Finanzen (11), Konsumgüter (12), Telefon (23) und Dienstleistungen (23).

  • Ärger beim Onlineshoppen: Die Shopping-App Wish sorgte im Jahr 2018 bei der Verbraucherzentrale in Lünen regelmäßig für Beschwerden. Von Deko bis Mode gibt es auf der kalifornischen Plattform vieles zwischen 60 und 90 Prozent günstiger als im stationären Handel. Was die Kunden oft nicht wissen: es kommen noch plötzliche Zollgebühren, Steuern und Versandkosten dazu. Zusätzlich beschweren sich viele Verbraucher über monatelange Lieferzeiten und oftmals schlechte Produkt-Qualität, was daran liegen mag, dass der Händler Waren aus dem asiatischen Markt bezieht.

  • Telefonverträge waren wie gewohnt ein Aufreger-Thema bei Verbrauchern. Stolperfallen beim Anbieterwechsel und nicht nachvollziehbare Rechnungsposten gehörten genauso dazu wie vom Telekommunikationsvertrag abweichende Leistungen. Laut Verbraucherzentrale Lünen kommen die Händler ihrer Pflicht, Verbraucher auf das Produktinformationsblatt, das nicht zu den Unterlagen des abgeschlossenen Vertrages gehört, hinzuweisen, nicht immer nach. Die Verbraucherzentrale fordert ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei komplexen Vertragsabschlüssen.
  • Lange Wartezeiten bei Handwerkern sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Die Verbraucherzentrale Lünen hatte im vergangenen Jahr Fälle, in denen Kunden ein Jahr auf Handwerker warteten. Diese wurden immer wieder mit Nachrichten wie „Wir haben Sie auf dem Schirm“ oder „Wir warten noch auf das Ersatzteil“ vertröstet. Die Verbraucherzentrale Lünen rät Verbrauchern dazu, Fristen zur Nacherfüllung zu setzen.
  • Inkassobüros zocken Verbraucher mit dubiosen Zahlungsvereinbarungen ab: Wer seine Rechnungen nicht zahlen kann, lässt sich oftmals auf Ratenzahlungen ein. Doch diese Ratenzahlung müssen Verbraucher teuer bezahlen. Hohe Einigungsgebühren kommen oftmals noch zusätzlich auf Verbraucher zu. Selbst bei kleineren Forderungen kommen meist noch 70 Euro Entgelte dazu. Tipp der Verbraucherzentrale: „Erst Forderungen genau prüfen, dann zahlen.“
  • Energieanbieterwechsel Widerwillen: Oft werden Verbraucher unaufgefordert zum Thema Energieanbieterwechsel am Telefon oder gar an der Haustür belästigt. Die Werbenden geben sich als Vertreter, Energieberater oder Vermittler aus. Mit dem Lockruf „Aussicht auf Kostenersparnis“ kommen sie an die persönlichen Daten der Überrumpelten. Mit diesen Daten wird nicht selten ein Energieanbieterwechsel eingeleitet, ganz ohne Kenntnis des Verbrauchers. Der Groschen fällt bei diesem meist erst, wenn die Kündigung des bisherigen Anbieters ins Haus flattert.

Das sind die Top-Five-Aufreger der Verbraucherzentrale aus dem Jahr 2018

Die Verbraucherzentrale Lünen stellte ihren Jahresbericht vor. Dazu kamen Vertreter der Parteien, der Stadt Lünen und des Kreises Unna. © Schulz-Gahmen

Außerdem fanden sich im vergangenen Jahr Lücken im Versicherungsschutz für Wohngebäudeversicherungen. Oft fehle darin ein Schutz vor Elementarschäden. Auch Klassiker wie Kaffeefahrten und nervige Werbeanrufe seien weiterhin ein großes Thema, heißt es in der Beratungsstelle in Lünen.

Desweiteren bekamen Verbraucher fragwürdige Rechnungen von Telefonsex-Firmen wie Widax und Riverso. Die Unternehmen verlangten für vermeintlich geführte Telefonsex-Gespräche 90 Euro oder mehr. Dazu kamen häufig Mahnkosten von 195 bis 258 Euro. Die Beratungsstellen raten Verbrauchern wirklich nur zu zahlen, wenn eine solche kostenpflichtige Leistung in Anspruch genommen wurde. Dazu muss eine Telefonsex-Firma nachweisen können, dass ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen ist. Verbraucher sollen sich nicht verunsichern lassen.

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