Der Seepark zuerst nur für Lüner? Warum Klaus Steffenhagen Recht hat

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Die Aussage „Der Seepark ist zuerst für Lüner da“ sorgte in der Woche für Diskussionen. Unter Autor findet die Aussage korrekt - und sagt, was seiner Meinung nach anders werden muss.

Lünen

, 15.06.2019, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klaus Steffenhagen hat mit seiner Aussage „Der Seepark ist zuerst für die Lüner Bevölkerung da“ vollkommen recht. Es ist ein Naherholungsgebiet, das in erster Linie denen dienen soll, die in seiner Nähe leben - und das sind eindeutig die Bewohner von Lünen (und vielleicht noch Teile von Bergkamen, wenn man es genau nehmen möchte).

Das bedeutet jedoch nicht, dass keine Besucher mehr von außerhalb zum Seepark kommen dürfen oder sollen. Das hat Steffenhagen mit seiner Aussage ja auch nicht gemeint. Es geht vielmehr darum, dass bei der Gestaltung des Seeparks und der Aufstellung von Verhaltensregeln in erster Linie Lüner Interessen zu berücksichtigen sind. Und dazu zählen natürlich vor allem jene, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen und unter dem enormen Besucherdruck zu leiden haben.

Touristen-Magnet nur mit weiteren Attraktionen

Wäre der Seepark tatsächlich auf tausende Besucher am Tag ausgelegt, müsste die Stadt hier auch ihre Philosophie ändern. Blickt man nach Dortmund oder Hamm, sind dort der Westfalen- und der Maximilianpark gebührenpflichtig - sprich: Wer den Park besucht, zahlt auch Eintritt. Diese Lösung muss für den Seepark auch her, wenn man ihn gezielt als Touristenmagneten nutzen will. Dafür bräuchte es dann neben neuer Parkplätze und einem Leitsystem aber noch etwas mehr an Attraktionen - um eine Wasserski-Anlage würde man beispielweise nicht herum kommen.

Soll der Seepark hingegen weiter als Naherholungsgebiet für die Lüner Bevölkerung funktionieren, sind - auch da liegt Steffenhagen richtig - klare Regeln von Nöten. Zwar gibt es so etwas schon - man werfe dazu einen Blick in die Parkordnung -, doch offenbar kümmert sich ein Großteil der Besucher nicht darum. Eine Verschärfung der Regeln macht nur dann Sinn, wenn diese Regeln auch durchgesetzt werden. Dazu reicht eine Ordnungspartnerschaft allein vermutlich nicht aus. Steffenhagen hatte hier ein Beispiel aus seiner Zeit in Hagen gebracht: Klare Bußgelder und regelmäßige Streifen. Das mindert zwar die Attraktivität des Seeparks für Touristen - würde aber das Sicherheitsgefühl und die Wohnqualität im direkten Umfeld wieder steigern.

Seepark-Zukunft ist eine schwierige Entscheidung

Also muss man sich nun entscheiden: Ein Seepark für die Lüner - oder ein Seepark für die Region? Eine Rolle dürften hier auch Fördergelder spielen, mit deren Hilfe der Park errichtet worden ist - und auch die Internationale Gartenausstellung 2027 wird den Park berühren. Die Anwohner und ihre Wünsche zu ignorieren, ist auch nicht die beste Idee. Womit klar ist: Die Entscheidung zur Zukunft des Seeparks wird nicht einfach sein.

Einmal in der Woche sprechen die Mitglieder der Redaktion „mal unter uns“ über Themen, die sie und Lünen beschäftigen. Mal hitzig, mal pointiert, mal einfach geradeaus – aber immer bereit, sich der Diskussion zu stellen.
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