"Die Welt ist in der Tat sehr groß"

Lüner in den USA

Jan Senderek aus Lünen ist schon viel rumgekommen. In Tokio ging er zur Schule, in London hat er unter anderem studiert. Nun lebt er seit vier Jahren als Product Manager in San Francisco. Doch auch das könnte nur eine Station im Leben des Lüners sein.

LÜNEN

, 04.11.2016, 11:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wo haben Sie Abitur gemacht und was haben Sie danach wo studiert? Mein Abitur habe ich vom Gymnasium Altlünen, im bilingualen Zweig. Anschließend habe ich zwei Jahre versucht, zu studieren. Ich war eingeschrieben an der Ruhr Uni Bochum für Angewandte Informatik, war aber noch nicht ganz dabei. Ich habe es dann noch mal neu probiert in Köln an der Hochschule Fresenius, Studiengang Medienmanagement. Im Grunde ein Volkswirtschafts-, Betriebswirtschafts-Studiengang mit Fokus auf Technologie- und Medienunternehmen. Das lag mir und machte Spaß.

Wie ging es dann weiter? Nach dem Studium habe ich für circa zwei Jahre bei einer Kölner Firma gearbeitet. Ich war dort als erster Mitarbeiter für eine Neugründung eines erfolgreichen Kölner Unternehmertrios tätig. Anschließend habe ich noch meinen Master in Technology Entrepreneurship an der UCL (University College London) gemacht.

Was hat Sie nach dem ersten Studium in Köln am Studium in London gereizt? Ich habe nach einem Studium gesucht, wo ich „Gleichgesinnte“ finde und das mir die Zeit und Plattform gibt, meine eigene Firma zu gründen. Da kamen mir London und die UCL sehr entgegen – englischsprachiger Raum, Weltmetropole, Technologie-Ballungsraum (Start-Ups zumindest), renommierte Uni mit einem Studiengang für das Gründertum, etc. London empfand ich aber auch persönlich einfach schon immer als sehr angenehmen Lebensort.

Seit wann leben Sie in den USA und wo genau? Seit viereinhalb Jahren. Das erste halbe Jahr wohnte ich in Mountain View (um nah am Gründerzentrum Y Combinator zu sein) und seit vier Jahren nun in San Francisco.

Wie groß sind die Unterschiede zwischen Ihrem Leben in Lünen und dem in den Staaten? Sehr groß! Ehrlich gesagt sind das so viele, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Haben Sie den Schritt „in die große weite Welt“ je bereut? Nein, auf gar keinen Fall. Mit 16 bin ich das erste Mal alleine weg und habe gelernt, wie viel man lernt, wenn man die Welt erkundet. Damals bin ich nach Tokio und habe dort ein Jahr lang in einer japanischen Gastfamilie gelebt und eine japanische High School besucht. Seither wollte ich immer wieder weg und neue Orte und ihre Kultur erkunden. In London hat es mir sehr gefallen. Meine Gefühle für die USA sind durchwachsen, aber auch hier bereute ich niemals den Schritt, herzukommen. Ich habe so unheimlich viel erlebt und bin als Mensch gewachsen, wie es mir in Deutschland oder Zentraleuropa wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.

Können Sie in ein paar Worten erklären, mit was genau Sie sich beruflich beschäftigen? Ich bin Product Manager. Ich leite eine Produktkategorie (die Weiterentwicklung unserer mobilen App) bei Dropbox.

Sind Sie noch ab und zu in Lünen? Ja, sehr sehr gerne sogar. Meistens ein bis zwei Mal im Jahr, um meine Mutter und Freunde zu besuchen.

Wie ist der Kontakt zu alten (Schul-)Freunden? Ich denke, wie bei den meisten Menschen auch. Ich habe eine Handvoll guter Freunde, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe. Aber ich freue mich auch, dass man wenigstens ein bisschen per Facebook mitbekommt, was die anderen Schulfreunde, mit denen man nicht mehr so viel Kontakt hat, so treiben.

In einem Artikel über Sie und Ihre Karriere steht, dass Sie mit Ihrem Team nun bei Ihrem neuen Arbeitgeber sehr glücklich seien. Stimmt das so oder könnten Sie sich noch was ganz Anderes vorstellen? Ja, wir sind hier glücklich. Aber ich kann mir natürlich auch was Anderes vorstellen. Mich reizen viele technologiebasierte Themen, denen ich mich gerne bald widmen würde.

Sie sind gerade Anfang 30 – die Welt ist groß. Was möchten Sie noch mal von der Welt sehen, wo möchten Sie vielleicht mal arbeiten – oder Urlaub machen? Ich denke gerade viel darüber nach, entweder nach Berlin oder New York zu ziehen. Langfristig denke ich, dass ich wieder in Europa, wahrscheinlich sogar Deutschland landen werde. Kurz- und mittelfristig würde ich gerne noch ein paar andere Orte erkunden, als Bewohner – nicht nur als Tourist. Ich kann mir auch gut vorstellen, für ein paar Monate in Bangkok oder so zu leben. Die Welt ist in der Tat sehr groß!

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