Die Zecken-Saison kommt, aber was ist zu tun bei einem Biss? Das sagt ein Lüner Arzt dazu

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Wie gefährlich sind Zecken? Lassen sich Bisse generell vermeiden? Und was ist zu tun, wenn die kleinen Biester sich doch an einem festsaugen? Diese Fragen beantwortet ein Arzt aus Lünen.

von Laura Schulz-Gahmen und Margarita Popova

Lünen

, 11.06.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Sommer und alles kreucht und fleucht wieder. Nicht nur Mücken und Wespen ärgern die Menschen, sondern auch ihre gefährlicheren Kollegen sind jetzt unterwegs: die Zecken. Sie sitzen auf Grashalmen, an Buschzweigen und im Unterholz.

„Vermeiden lassen sich Zeckenbisse nur, wenn man die Natur vollkommen meidet“, erzähl Dr. Michael Funke, Sprecher des Lüner Ärztevereins, auf Anfrage der Redaktion. Repellentien (Abschreckungsmittel) können zwar geringfügig helfen, so der Allgemeinmediziner. Allerdings sei die Wirkung seiner Meinung nach gering.

Für den Fall, dass man sich doch gerne in der Natur aufhält, sei es sinnvoll, sich anschließend zu Hause nach Zecken abzusuchen. Die kleinen Spinnentiere würden sich nicht sofort festsetzen, sodass man sie ohne großen Aufwand einfach vom Körper absammeln könne. Denn zwischen dem Zeitpunkt der „Anheftung“ und des „sich Einklinkens“ können einige Stunden vergehen.

Zeckenbisse: So kann man vorbeugen

Wen es dennoch in hohe Gräser und Waldgeäst zieht, kann und sollte sich schützen. „Tragen Sie bei der Gartenarbeit geschlossenes glattes Schuhwerk, an dessen Oberfläche die Zecken kaum Halt finden und helle Kleidung. Stecken Sie die Hosenbeine in die Strümpfe“, rät der Borreliose- und FSME-Bund Deutschland. Ebenfalls ratsam ist eine Impfung.

Allerdings wirkt der Impfstoff nur gegen Frühsommer-Meningo(kokken)enzephalitis (FSME), gegen andere durch Zecken übertragenen Krankheiten gibt es keine medizinische Vorbeugung. „Haben Sie einen aktiven Impfschutz gegen FSME, brauchen Sie sich wegen dieser Erkrankung nach einem Zeckenstich kaum Sorgen zu machen“, gibt der Borreliose- und FSME-Bund Entwarnung.

Kopf bleibt im Körper? Allgemeiner Irrtum

Eine Zecke entfernen könne nach Aussage von Dr. Michael Funke jeder. Die allgemein bekannte Sorge, dass sich der Kopf der Tiere in der Haut verankere und darin verbliebe, sei unbegründet. „Es ist nicht der Kopf, der in der Haut stecken bleibt, wie allgemein behauptet wird. Bei dem in der Haut verbleibenden Stück handelt es sich um die Chiliceren, die Hornzangen, der Tiere, welche ein bis zwei Millimeter groß sind“, erklärt Michael Funke.

Entscheidend sei die Beobachtung der Haut, nachdem die Zecke entfernt wurde. Diese Stelle solle auch über mehere Wochen hinweg nicht in Vergessenheit geraten und genauestens unter die Lupe genommen werden. Auch dabei gibt es wiederum etwas zu beachten: „Nicht die Bissstelle selbst sollte beobachtet werden, sondern der Bereich darum herum. Bildet sich ein roter Ring um besagte Stelle, wird es Zeit einen Arzt aufzusuchen“, sagt der Fachmann. Der rote Ring sehe aus wie eine Zielscheibe und bilde sich mit etwas Abstand um den Biss herum.

Krankheiten durch Zecken

Zecken, die den Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) übertragen und gegen die es Impfungen gibt, kommen „von Frankfurt an weiter südlich“ eher vor als bei uns. In Nordrhein-Westfalen gebe es laut Funke Einzelfälle von FSME. Zecken, die in unseren Regionen vorkommen, können allerdings trotzdem gefährlich werden. In Folge eines Bisses treten immer weider Lyme-Borreliose-Fälle auf. Diese Krankheit wird durch Bakterien der Art Borrelia ausgelöst und kann zu Hirnhaut-Entzündungen führen. Doch auch im Falle einer Lyme-Borreliose gibt es Hoffnung. Wird eine Erkrankung festgestellt, könne noch 4 bis 5 Wochen später eine Antibiotika-Behandlung durchgeführt werden.

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