Nur einige Lüner Schüler bekommen iPads gestellt, andere gehen leer aus

hzFördermittel

Mehr Tempo wünschen sich die Eltern bei der Digitalisierung in Schulen. Bund, Land und Stadt haben das Thema im Blick. Es gibt Geld für Lünen, aber auch Hürden.

Lünen

, 02.11.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch die Corona-Pandemie sind die Probleme deutlich geworden: Wenn Schule nach Hause verlagert wird, weil ganze Klassen in Quarantäne sind, muss Unterricht weiter möglich sein - eben digital. Das Land hat im Juli zwei Sofortprogramme aufgelegt. Lünen stehen daraus 1,6 Millionen Euro zu. Das Geld soll noch in diesem Jahr genutzt werden, erklärt Jürgen Grundmann, Leiter der Schulverwaltung. Die ersten Mittel in Höhe von 367.000 Euro sind am 20. Oktober genehmigt worden. Davon kann die Stadt alle 750 Lehrer an den 21 Schulen mit iPads ausstatten.

Ein erster Schritt. In einem zweiten sollen bedürftige Schüler iPads bekommen. Doch genau da setzt die Schwierigkeit an. Wer definiert Bedürftigkeit? In Lünen entscheiden die Schulen darüber. Keine leichte Aufgabe. Es geht darum, Schüler, die privat kein eigenes Gerät haben, technisch auszurüsten. Die Stadt kalkuliert, dass für etwa 12 Prozent der 8.800 Lüner Schülerinnen und Schüler diese iPads angeschafft werden. Sie bleiben Eigentum der Schule und werden für vier Jahre ausgeliehen.

Einkaufsgemeinschaft angeschlossen

Während Privatleute direkt ein iPad kaufen, ist das für die Stadt so nicht möglich. Sie muss Fördermittel beantragen, ausschreiben und Angebote sichten, da geht Zeit ins Land. Um die Geräte zügig besorgen zu können, hat sich die Stadt der Einkaufsgemeinschaft KoPart des Städte- und Gemeindebundes angeschlossen. „Wir haben alles getan, um das so schnell wie möglich zu realisieren“, so Michael Kuzniarek, Fachbereichsleiter für Personal, Organisation und IT. Er hoffe darauf, noch in diesem Jahr. Aber: Auch andere Schulen in NRW ordern. Der Erfolg hänge auch von der Verfügbarkeit der Geräte ab

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Eine wichtige Voraussetzung, damit Unterricht per iPad möglich ist, ist aus dem Programm „Gute Schule 2020“ in Lünen bereits geschaffen worden. Etwa 1,5 Millionen Euro wurden in die Verbesserung von W-Lan und 200 Netzwerkverteiler investiert. Dazu sind 44 Touchboards und 530 Notebooks angeschafft worden. Fast alle Schulen hätten Klassensätze an iPads in Schränken bekommen, die von Klasse zu Klasse gerollt werden können. Deren Nutzung mache den klassischen Computerraum überflüssig. Diese Klassensätze sollen auch mit Mitteln aus dem Digital-Pakt weiter aufgestockt werden, so dass Schulen sie nach Bedarf einsetzen können.

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Externe Unterstützung nutzen

Der größte Batzen Geld kommt aus dem Extra-Programm Digital-Pakt Schule: Daraus erwartet die Stadt 4,7 Millionen Euro. Aus diesen Mitteln sollen die Schulen Hardware bekommen, beispielsweise Touchboards für Präsentation. In Summe sollen das am Ende 8700 Geräte sein. Beantragt werden können die Mittel bis Ende 2021. Das Problem: Bedingung für die Förderung sind Technisch-Pädagogische Einsatzkonzepte (Tepek). Jede Schule muss ihr eigenes Tepek schreiben. Die Stadt will sich externe Unterstützung einkaufen, die die Schulen bei Fragen der Technik und der Einbindung in Lehrpläne berät. Dass Lehrer am Ende auf den digitalen Stand gebracht werden, sei allerdings nicht Aufgabe der Stadt. Die ist für die Ausstattung der Schulen zuständig, das Land für die Schulung seiner Bediensteten.

Zusätzliche IT-Experten

Zum Thema Ausstattung gehört auch die Einrichtung und Wartung. Dass Technik funktioniert, müssen im so genannten First-Level-Support die Schulen leisten. Sprich, sie schauen nach, ob der Stecker steckt. Für den Second-Level-Support kommt dann die Stadt ins Spiel. Sie will die vorhandenen drei IT-Stellen aufstocken. Das muss über den Haushalt finanziell abgesichert werden. Ein Mitarbeiter ist bereits mit einem befristeten Vertrag eingestellt worden, mit einem weiteren würden Gespräche geführt. Geht es nach den Schulen hätten die allerdings gerne an jeder Einrichtung einen IT-Hausmeister. Das Thema, so der Eindruck von Kuzniarek, sei bei Bund und Land angekommen. „Mit dem was wir machen können, haben wir schon viel geschafft“, sagt er.

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