Digitalisierung von Schulen in Lünen: Keine Eile bei der Kostenfrage

hzBildungsausschuss

Digitalisierung an den Schulen - ja, aber bitte nicht so schnell: Der Ausschuss für Bildung und Sport bremste zwei Anträge zu dem Thema aus. Von der Verwaltung gab es trotzdem gute Nachrichten.

Lünen

, 24.09.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Anträge zum Thema Digitalisierung an Schulen standen im Ausschuss für Bildung und Sport am Mittwoch (23.9.) zur Abstimmung. Beim ersten mussten die Politiker zuerst entscheiden, ob er überhaupt auf die Tagesordnung kommen sollte. Sie entschieden sich dagegen, mit Verweis auf anstehende Haushaltsberatungen. Mit der gleichen Begründung wurde auch Antrag Nummer zwei verschoben.

Der Reihe nach: Die Stadtschulpflegschaft hatte gemeinsam mit der CDU einen Eilantrag eingebracht. Die Stadt Lünen sollte die Kosten für Lernplattformen, die derzeit von Schulen genutzt werden, für das laufende Schuljahr komplett übernehmen. So sollte sichergestellt sein, dass im Falle eines Lock-Downs die Schulen sofort per Distanzunterricht weiterarbeiten können, anstatt sich zunächst in eine andere Plattform einarbeiten zu müssen.

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Denn die Umstellung auf das kostenlos vom Land zur Verfügung gestellte System Logineo LMS nimmt Zeit in Anspruch - Zeit, die man im Falle eines Lock-Downs nicht hat. Und viele Schulen, so die Argumentation der Stadtschulpflegschaft, die im Ausschuss unter anderem von Reinhold Bauhus, Leiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, geteilt wurde, hätten nicht das Geld, parallel die kostenpflichtigen Plattformen weiterlaufen zu lassen.

„Hätte den Antrag gerne mit weiteren Parteien gestellt“

Robert Goelzner, Sprecher der Stadtschulpflegschaft (SSPL), wird im Gespräch mit unserer Redaktion konkret: „Vor allem die Heinrich-Bußmann-Schule und die Profilschule haben wir da auf dem Zettel.“ Die SSPL hätte deshalb das Gespräch mit allen Parteien gesucht, ein Treffen mit Rainer Schmeltzer in einer der genannten Schule sagte Goelzner jedoch ab: „Es sollte ja nicht ausschließlich um diese, sondern um alle Schulen gehen.“ Schließlich sei am Ende nur die CDU bereit gewesen, den Antrag mit der SSPL zu stellen. „Dabei hätte ich das gerne auch mit weiteren Parteien gemeinsam getan“, so Goelzner.

Doch die CDU konnte sich nicht gegen die SPD und die GFL durchsetzen, die eine Dringlichkeit des Antrags nicht gegeben sahen: „Wir haben uns in einer interfraktionellen Sitzung gemeinsam auf eine Vorgehensweise und das Programm Lodineo LMS geeinigt“, so Andreas Mildner von der Wählergemeinschaft. „Wenn danach trotzdem jeder einen anderslautenden Antrag stellt, müssen wir solche Gespräche nicht mehr machen.“

Genau wie die GFL war auch die SPD der Meinung, dass die Debatte über eine solche Kostenübernahme keine Eile hätte, sondern Teil der kommenden Haushaltsberatungen sein sollte. Für Robert Goelzner eine Enttäuschung: „Vor dem Hintergrund, dass Schulschließungen aufgrund von Corona durchaus realistisch sind, hätte man das hier auch ohne den Haushalt entscheiden können.“ Schließlich sei es um eine Summe von 70.000 Euro gegangen, so der SSPL-Sprecher. „Als Bürger kann ich die Entscheidung des Ausschusses nachvollziehen, als Vater nicht.“

Zwei neue Stellen noch in diesem Jahr

Ebenfalls Teil der Haushaltsberatungen soll der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen werden. Die Partei forderte die kurzfristige Schaffung von vier neuen Stellen für den IT-Support an Lüner Schulen. Der Ausschuss entschied, dass auch dieser Wunsch noch eine Weile warten könne, bis der städtische Haushalt für das kommende Jahr ausgehandelt ist.

Die Entscheidung stand allerdings auch unter dem Eindruck der Nachrichten, die die Verwaltung kurz zuvor mitgeteilt hatte: Noch in diesem Jahr sollen zwei neue Stellen in der IT besetzt werden. Zum 1. Oktober wird ein Azubi übernommen. In der Woche ab dem 28. September würden zudem Vorstellungsgespräche für die Besetzung einer weiteren Stelle, die noch in diesem Jahr erfolgen soll, geführt.

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